Bei der Recherche zu einem neuen Eintrag über die Finanzkrise bin ich über die wohl wichtigste Frage gestolpert: But what does it mean for the protitutes?
Archiv für September 2008
Die wichtigste Frage zur Finanzkrise
Veröffentlicht 28. September 2008 Uncategorized 1 KommentarTags: Finanzkrise
LA Times, 31.5.1999 – eine Erfolgsgeschichte
Veröffentlicht 26. September 2008 Uncategorized Hinterlasse einen KommentarTags: Bill Clinton, Fannie Mae, Finanzkrise, Freddie Mac
Die LA Times schreibt am 31.5.1999 über den Häuserboom der 90er-Jahre:
It’s one of the hidden success stories of the Clinton era. In the great housing boom of the 1990s, black and Latino homeownership has surged to the highest level ever recorded. The number of African Americans owning their own home is now increasing nearly three times as fast as the number of whites; the number of Latino homeowners is growing nearly five times as fast as that of whites.
Es ist einer der verborgenen Erfolgsgeschichten der Clinton-Ära. Während des großen Häuserboom der 90er, ist die Anzahl der Eigenheime von Schwarzen und Latinos auf den höchsten jemals erreichten Stand nach oben geschnellt. Die Anzahl Schwarzer, die ein Eigenheim besitzen steigt jetzt dreimal so schnell, wie die Anzahl Weißer mit Eigenheim, die von Latino-Hausbesitzern fünfmal so schnell.
Die Gründe dafür sind auch klar:
In 1992, Congress mandated that Fannie and Freddie increase their purchases of mortgages for low-income and medium-income borrowers. Operating under that requirement, Fannie Mae, in particular, has been aggressive and creative in stimulating minority gains. It has aimed extensive advertising campaigns at minorities that explain how to buy a home and opened three dozen local offices to encourage lenders to serve these markets. Most importantly, Fannie Mae has agreed to buy more loans with very low down payments-or with mortgage payments that represent an unusually high percentage of a buyer’s income. That’s made banks willing to lend to lower-income families they once might have rejected.
1992 beauftragte der Kongress Fannie und Freddie damit, den Kauf von Hypotheken von Kreditnehmern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu erhöhen. Unter dieser Auflage war es speziell Fannie Mae, das mit aggressiven und kreativen Methoden den Minderheitenanteil steigerte. Fannie Mae widmete den Minderheiten umfangreichen Werbekampagnen, in denen erklärt wird, wie man ein Haus kauft und öffnete drei Dutzent lokale Büros um Kreditgeber zu animieren, diese Märkte zu bedienen. Am wichtigsten war aber, dass Fannie Mae zugestimmt hat, mehr Kredite mit niedriger Anzahlung oder mit Raten, die ein unüblich hohen Anteil am Einkommen des Kreditnehmer ausmachen zu kaufen. Dadurch waren die Banken gewillt, Geld an Familien mit niedrigem Einkommen zu verleihen, die früher vielleicht zurückgewiesen worden wären.
Aber es bleibt noch viel zu tun:
The top priority may be to ask more of Fannie Mae and Freddie Mac. The two companies are now required to devote 42% of their portfolios to loans for low- and moderate-income borrowers; HUD, which has the authority to set the targets, is poised to propose an increase this summer. Although Fannie Mae actually has exceeded its target since 1994, it is resisting any hike. It argues that a higher target would only produce more loan defaults by pressuring banks to accept unsafe borrowers. HUD says Fannie Mae is resisting more low-income loans because they are less profitable.
Die höchste Priorität wird sein, von Fannie Mae und Freddie Mac mehr zu verlangen. Die beiden Firmen müssen nun 42% ihrer Kreditportfolios auf Darlehen für Kreditnehmer mit niedrigem oder mittlerem Einkommen verwenden. HUD [United States Department of Housing and Urban Development, Ministerium für Wohnbau und Stadtentwicklung], das die Ermächtigung hat diese Ziele festzulegen, wird eine Erhöhung für diesen Sommer vorschlagen. Obwohl Fannie Mae die Ziele seit 1994 überschritten hat, leistet es Widerstand gegen die Erhöhung. Fannie Mae argumentiert, dass höhere Ziele nur mehr Kreditausfälle produzieren würde, weil Banken dazu gedrängt würden, unsicherer Kreditnehmer zu akzeptieren. HUD sagt, dass Fannie Mae gegen mehr Darlehen für niedrige Einkommen ist, weil diese weniger profitabel sind.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Obama Werbung
Obama hat eine neue Werbung auf Spanisch veröffentlicht. Die Werbung läuft unter der Bezeichnung „dos caras“, was wörtlich „zwei Gesichter“ heißt und „Doppelzüngigkeit“ bedeutet (wie im Englischen „two faced“).
done
Der Sprecher sagt zuerst: „“Sie möchten, dass wir die Beleidigungen vergessen, die wir erdulden mussten, die Intoleranz„. Dann werden unten Zitate von Rush Limbaugh eingeblendet: „Mexikaner sind dumm und unqualifiziert“ und „Halt die klappe oder verschwinde.„. Dann der Sprecher weiter: „Sie erzeugten bei uns das Gefühl an den Rand gedrängt zu werden, in einm Land, das wir so sehr lieben. John McCain und seine republikanischen Freunde haben zwei Gesichter. Das eine erzählt Lügen, nur um unsere Stimmen zu bekommen und das Andere – noch schlimmer – führt die fehlgeschlagene Politik von George Bush fort, die die Interessen von Interessenverbänden vor die Interessen arbeitender Familien stellt. John McCain – mehr von den selben alten Republikaner-Tricks.„
Rush Limbaugh ist der erfolgreichste konservative Talk-Radio Host (13 Mio. Zuhörer). Limbaugh und McCain stimmen was die Einwanderungspolitik betrifft überhaupt nicht überein. McCain wurde wiederholt von Konservativen wegen seiner liberalen Einwanderungspolitik kritisiert. So will McCain zwar die Grenzen sichern, aber er will für die meisten illegalen Einwanderer in den USA eine Amnestie. Zitate über die Einwanderungspolitik von Limbaugh mit McCain in Verbindung zu bringen ist schon mal hochgradig unfair. Jeder der auch nur einmal Rush Limbaugh hört weiß, dass er von McCain nicht gerade begeistert ist.
Was aber dazu kommt: Die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen.
Im ersten Zitat geht es um NAFTA. Ein Anrufer beschwert sich bei Limbaugh, dass viele Jobs nach Mexiko ausgelagert werden. Limbaugh entgegnet, dass nur nicht ausgebildete Amerikaner sich Sorgen um Jobs machen müssen und dass NAFTA neue, qualifizierte Jobs erzeugen wird. Die unqualifizierten Jobs der dummen, nicht ausgebildeten Amerikaner werden danach von dummen, nicht ausgebildete Mexikanern erledigt.
Das zweite Zitat ist noch weiter aus dem Zusammenhang gerissen: Limbaugh stellt eine Liste mit Regeln für Immigranten auf. Die Regeln sind alle ganz Furchtbar – danach erfährt man aber, dass das die tatsächlichen Regeln für Immigranten in Mexiko sind.
Obama Thug Politics
Diese unangenehme Seite Obamas wird von Limbaugh als „Chicago Thug Politics“ bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde aber nicht von Limbaugh erfunden, sondern von Bill Clinton, der Obama als „Chicago Thug“ bezeichnet hat – eine Anspielung auf die politischen Zustände in Chicago, wo Obama seine politische Laufbahn begonnen hat (siehe z.B. Tony Rezko) und natürlich auch auf die bekannten Gangster von Chicago (Al Capone).
Siehe dazu den Kommentar von ABC News und Limbaughs Kommentare dazu hier und hier.
Der Klimaschutz und die Reaktion
Veröffentlicht 15. September 2008 Uncategorized Hinterlasse einen KommentarIch hab mal wieder SpOn gelesen. Gregor Peter Schmitz schreibt:
Dabei umwirbt Obamas Team seit Monaten gezielt vor allem jüngere Evangelikale. Sie wissen: Viele sind die Wahl- und Kulturkämpfe der Altvorderen leid und haben neue Themen entdeckt. Globale Armut, HIV, Klimaschutz oder den Kampf gegen Völkermord. Der Nachwuchs will lieber für Arme und den Umweltschmutz kämpfen, als gegen Schwule zu hetzen. Es ist möglich, dass Palins Benennung die Jüngeren der klassischen Basis weiter entfremdet. Immerhin vertritt die Ex-Schönheitskönigin aus Alaska zu Fragen wie dem Klimaschutz fast reaktionäre Ansichten – und weckt mit ihren polarisierenden Reden Ängste vor neuen Kulturkämpfen.
Dass Schmitz offensichtlich den Unterschied zwischen rechten und linken Evangelikalen nicht begriffen hat sei geschenkt.
Aber dass er Palins vom angeblichen wissenschaftlichen Konsens abweichenden Ansichten zum Klimaschutz als „reaktionär“ bezeichnet ist schon ein starkes Stück. Nicht nur, dass „reaktionär“ ein diffamierende Wort ist – es gibt nur sehr wenige, die sich selbst als „reaktionär“ bezeichnen: durch die Verwendung von Begriffen wie „reaktionär“ in Zusammenhang mit dem Klimaschutz, wird diesem Thema der letzte Anschein von Wissenschaftlichkeit genommen. Schmitz stellt damit Fragen des Klimaschutzes (bzw. globaler Erwärmung im Allgemeinen) auf die gleiche Ebene wie z.B. Familienpolitik, also Klimaschutz als eine ideologische Frage.
Wahlkabine 08 hat festgestellt:
Dagegen kann ich nichts einwenden. Dass ich normalerweise ÖVP wähle, dieses mal aber sowas von unzufrieden mit der ÖVP bin, dass ich mir ernsthaft überlege Weiß zu wählen ist recht gut abgebildet.
Hingegen weiß die Politikkabine ein etwas kurioses Ergebnis zu berichten:
Ja, Die Christen – was soll ich dazu sagen? Nach meiner Meinung, ob die Meinungsfreiheit aufgrund religiöser Befindlichkeiten eingeschränkt werden darf, wurde beim Politikkabine-Test nicht gefragt.
Ich war heute hoch erfreut, als ich folgende Forderungen der Grünen gelesen habe:
Viel sinnvoller wäre eine Lohn- und Einkommenssteuersenkung für untere und mittlere Einkommen, eine höhere Steuergutschrift für niedrige Einkommen sowie die Abschaffung der kalten Progressen und eine Stärkung des Wettbewerbs.
Ich vermutete zwar zunächst, dass die Grünen nicht die „kalten Progressen“ abschaffen wollten, sondern die „kalte Progression“. Ich bin mir immer noch nicht sicher, vielleicht gibt es die „kalten Progressen“ tatsächlich und das alles ist nur eine gigantische Wissenslücke von mir. Aber ich dachte zunächst, dass es ein einfacher Tippfehler ist.
Interessant ist aber, dass die „kalten Progressen“ Einzug in den ORF, Standard, die Presse, Kleine Zeitung, Kurier und einige andere, unbedeutendere Online-Medien gehalten haben.
Oder ist das eine Art der Journalisten-Ethik, dass man Tippfehler in Presseaussendungen nicht ausbessern darf?
Apropos Tippfehler: Einkommenssteuersenkung oder Einkommensteuersenkung? Bei Ersterem beschwert sich mein Wörterbuch.
Sarah Palin, Gott und der Irak Krieg
Veröffentlicht 4. September 2008 Uncategorized Hinterlasse einen KommentarSarah Palin hat angeblich gesagt, dass der Irak Krieg von Gott gewollt ist. Man kann das heute in praktisch in allen Nachrichten lesen. Focus bringt sogar einen Ausschnitt davon. Der Übersetzer:
Unsere nationalen Führer haben sie [die Soldaten] auf eine Aufgabe geschickt, die von Gott ist. Also wir müssen für die Pläne beten und dass sie Gottes Pläne sind.
Hier ist, was sie wirklich gesagt hat:
My oldest, my son Track, he’s a soldier in the United States Army now. He’s an infantry man – and so Track sends his love also to his former nanny Christie. And Track – pray for our military – he’s going to be deployed in September to Iraq - pray for our military men and women who are striving to do what is right also for this country – that our leaders, our national leaders are sending them out on a task that is from God – that’s what we have to make sure that we’re praying for, that there is a plan and that that plan is God’s plan. So bless them with your prayers, your prayers are protection over our soldiers.
Also praktischer weise hat der Übersetzer von Focus dieses eine that überhört. Das ändert den Sinn natürlich vollkommen. Mit dem that bedeutet es nämlich nur, dass man dafür beten soll, dass das, was die nationalen Führer tun auch Gottes Wille ist. Das wird im nächsten Satz nochmal bestätigt, den der Focus-Übersetzer natürlich wieder nicht richtig übersetzen konnte: „wir müssen dafür beten, dass es einen Plan gibt und dass dieser Plan Gottes Plan ist“. Dass ein Christ dafür betet, dass Gottes Wille erfüllt wird, ist eigentlich nicht sonderlich aufregend, oder?
Das gesamte Video kann man hier ansehen (Zitat fängt bei 5:30 an).






