Archiv für September 2009

Doch kein Hockey Stick?

Die Hockey Stick Kurve ist berühmt. Al Gore benutzte sie in seinem Film “An Inconvenient Truth” in der Szene mit dem Lift. Sie zeigt, dass die Temperatur in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist.

manna_99Die Grafik stammt aus Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations von Michael Mann und seinen Co-Autoren Bradley und Hughes. Die Daten wurden aus den Jahresringen von Bäumen gewonnen.

Steve McIntyre, ein kanadischer Mathematiker versuchte die Ergebnisse von Mann zu replizieren, da er vermutet, dass von den Jahresringen nicht so einfach auf die Themperatur geschlossen werden kann. Dazu braucht er aber die Rohdaten – also die Daten der Baumringe. Trotz mehrere Versuche an die Daten zu kommen, wird McIntyre der Zugriff auf diese Rohdaten verweigert.

2008 veröffentlichte ein Mitarbeiter von Mann eine Arbeit in Philosophical Transactions of the Royal Society und in dieser Arbeit werden auch die Baumringdaten verwendet. Dieses Wissenschaftsmagazin hat aber eine sehr restriktive Politik, was die Veröffentlichung der Daten anbelangt und mit Hilfe dieser “data archiving polocy” gelang es McIntyre jetzt endlich – nach 10 Jahren! – Zugriff auf die Rohdaten zu erlangen.

Die Rohdaten zeigten, dass die Daten ab 1990 nur noch von 10 Bäumen kamen. McIntyre entdeckte, dass es von dort, wo Mann die Daten bezog (Schweingruber Yamal Daten) noch mehr gab. MyIntyre nahm die Daten von 34 weitere Baumringreihen hinzu und bekam folgendes Ergebnis:

rcs_mergedDie rote Kurve bekommt man mit den Daten, die Mann in seiner Veröffentlichung 1998 verwendete, die grüne Kurve sind die von Mann verwendeten Daten und die 34 weiteren Datenreihen von Schweingruber. Die schwarze Kurve bekommt man, wenn man nur die Daten 34 Datenreihen verwendet. Von einem Hockeystick ist jedenfalls nichts mehr zu erkennen.

Es ist hier auch wichtig anzumerken, dass selbst wenn McIntyre einen Fehler begangen hat und seine Berechnungen irgendwie falsch sind: es ist eine Schande, dass er 10 Jahre benötigte, um an die Rohdaten eines so wichtigen Diagramms zu kommen. Wir haben hier wissenschaftliche Arbeiten, mit denen Politiker riesige Umwälzungen in unserem Wirtschaftssystem und immer tiefere Eingriffe in unser Privatleben rechtfertigen wollen. Trotzdem ist es beinahe unmöglich, dass andere Wissenschaftler an die Rohdaten dieser Arbeiten kommen.

Referenzen:

Steve McIntyre, Climate Audit: Yamal: A “Divergence” Problem
Watts Up With That: Quote of the week #20 – ding dong the stick is dead ()
Chris Horner, National Review: Mann-made Warming Confirmed

Mein Senf zu Roman Polanski

Ich versteh einfach nicht, wie man sich dafür einsetzen kann, dass jemand, der als 43 Jähriger Sex mit einer 13 Jährigen hatte ungestraft davonkommt. Aber in den meisten europäischen Ländern – u.A. auch Österreich – scheint das wohl so eine Art Kavaliersdelikt zu sein.

Glenn Beck kocht einen Frosch

Glenn Beck hat folgende Theorie: John McCain wäre als Präsident schlimmer als Obama gewesen, da Obamas Verhalten die Leute wach gerüttelt hat. McCain hätte die gleiche Richtung genommen wie Obama, nur halt langsamer – nach ein paar McCains als Präsident wäre man da angelangt, wo Obama in 4 Jahren hin will.

Illustrieren will er das mit der alten Metapher vom gekochten Frosch: ein Frosch, den man in kochendes Wasser wirft springt heraus, wenn man das Wasser aber ganz langsam erwärmt, dann kocht er bei lebendigem Leibe.

In den Blogs wurde daraufhin dieses Video verbreitet, in dem jeder Hinweis darauf, dass es sich um einen Gummifrosch handelt herausgeschnitten war. Glenn Beck musste dann am nächsten Tag ein Segment senden, in dem erklärt wurde, dass es kein echter Frosch war:

Übersetzer kollabierte unter der Last von Gaddafis Geschwafel

Der Übersetzer, der Gaddafis Geplapper bei der UNO-Vollversammlung ins Englische übersetzen musste kollabierte nach 75 Minuten. Eigentlich hat ein Staatsoberhaupt nur 15 Minuten Redezeit, Gaddafi überzog aber um fast 1 1/2 Stunden. Der Übersetzer rief auf arabisch “Ich kann einfach nicht mehr” ins Mikrofon und ein UNO-Übersetzer übernahm für ihn.

Denken die eigentlich wir sind total bescheuert?

Auf orf.at:

Alle 15 Mitglieder des Weltsicherheitsrates verabschiedeten am Donnerstag einstimmig eine Resolution für eine atomwaffenfreie Welt. Obama sprach von einer “historischen Resolution”. Keine Einigung gibt es über mögliche Sanktionen gegen den Iran.

Auch wenn es eine Milliarde UN-Resolutionen für eine atomwaffenfreie Welt geben würde, würde das nichts ändern. Und wie ernst es den Staaten des Weltsicherheitsrat wirklich mit der atomwaffenfreien Welt ist, wird dann gleich im zweiten Satz gesagt.

In der atomwaffenfreien Welt, die Obama offensichtlich vorschwebt, müssten Staaten um jeden Preis daran gehindert werden Atomwaffen zu produzieren. In dieser Situation wäre es unvermeidlich den Iran sofort militärisch anzugreifen – aber sie bekommen ja noch nicht mal Wirtschaftssanktionen zustanden.

Zelaya wird Wahnsinnig

Der ehemalige Präsident Honduras, Manuel Zelaya wird anscheinend Wahnsinnig. Er wurde am 28.6.2009 auf Anweisung des Verfassungsgericht vom Militär außer Landes gebracht, da er eine illegale Volksabstimmung organisierte, die ihm zur Wiederwahl verhelfen sollte. Am Montag (21.9.2009) gelang ihm die Rückkehr nach Honduras – seit dem sitzt er aber in der brasilianischen Botschaft fest.

Der Miami Herald konnte jetzt ein Interview mit Zelaya führen und er sprach unter Anderem davon, dass er von israelischen Söldnern mit giftigen Gasen und hochfrequenter Strahlung angegriffen wird. Die Gase und die Strahlung führen angeblich zu einer Änderung seines mentalen und körperlichen Zustands.

Die Präsidentschaftswahlen finden am 29. November statt – hoffentlich hat der Spuk dann ein Ende.

Die Sterne stehen gut

Diese Woche gibts gute Nachrichten am laufenden Band.

Klimakonferenz

Zur Zeit findet in New York eine Klimakonferenz statt, eine Vorbereitung auf die richtige Konferenz, die im Dezember in Kopenhagen stattfinden wird. Die Positionen sind jedenfalls so festgefahren, dass einige Teilnehmer sie bereits jetzt als praktisch gescheitert ansehen. Während die Europäer immer fantastischere CO2-Reduktionen durchsetzen wollen, steht die USA auf der Bremse, weil sie kein politisches Mandat haben – Demokratische Seantsführer haben bereits angekündigt, die Klimagesetzgebung erst nächstes Jahr in Angriff zu nehmen. China und Indien wollen sich das Wirtschaftswachstum nicht kaputt machen lassen und die armen Länder wollen hauptsächlich eins: unser Geld. Da es unmöglich erscheint, dass aus diesen vollkommen unterschiedlichen Positionen irgendwas substantielles rauskommt, hat Harry Fuller auf seinem Blog geschrieben: Relax, Nothing is going to happen.

Europäische Klimaziele

Für die europäische Klimapolitik gab es heute einen herben Rückschlag. Polen und Estland hatten gegen die CO2-Zielvorgaben der EU-Kommission geklagt und heute vor einem EU-Gericht in erster Instanz recht bekommen. Ähnliche Klagen gibt es noch von Bulgarien, Lettland, Litauen, Rumänien und Tschechien.

Obama – Vorbei mit Hope n’ Change

Obama und der Kongress mit der riesigen demokratischen Mehrheit hatten ambitionierte Ziele – viel zu ambitioniert wie es jetzt scheint. Nach dem die Gesundheitsreform festgefahren ist, Cap-And-Trade auf die Seite geschoben und Card-Check noch nicht mal begonnen, beginnen die Demokraten unruhig zu werden. Die Wahlen in einem Jahr werfen bereits ihren langen Schatten voraus und der Vizepräsident Biden spricht jetzt schon eine Warnung aus:

If they take them [die Sitze im Kongress] back, this the end of the road for what Barack and I are trying to do.

Ein weiteres Problem tut sich in New York auf. Der jetzige demokratische Gouvaneur Paterson ist so unpopulär, dass ihn Obama praktisch öffentlich dazu aufforderte nächstes Jahr nicht mehr zu kandidieren und Platz für den jetzigen Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo zu machen. Der will das aber nicht akzeptieren und feuert statt dessen zurück und erklärt, Obama sei nur schlecht drauf, weil er bis jetzt nicht viel zustande gebracht hat:

If you look at it from their perspective, they haven’t exactly been able to govern in the first year of their administration in the way that other administrations have, where you would have, theoretically, a period in which the new administration is allowed to pass the needed pieces of legislation.

Und dann kündigt sich auch noch ein Gespenst an, das die Demokraten einst riefen um die Republikaner zu besiegen: die Kriegsgegner sind zurück. Kriegsgegner wie z.B. Cindy Sheehan haben nie aufgehört gegen den Krieg zu demonstrieren – die Medien haben sich nach dem Sieg von Obama aber einfach nicht mehr dafür interessiert. Während des Wahlkampfs haben die Demokraten zwischen dem “schlechten” Krieg im Irak und dem “guten” Krieg in Afghanistan unterschieden. Jetzt fordert das Militär eine signifikante Truppenaufstockung in Afghanistan – ähnlich dem Surge in Irak – aber die linke Basis fängt sich langsam an zu sträuben:

Escalation is a bad idea. The Democrats backed themselves into defending the idea of Afghanistan being The Good War because they felt they needed to prove their macho bonafides they called for withdrawal from Iraq. Nobody asked too many questions sat the time, including me. But none of us should forget that it was a political strategy, not a serious foreign policy.

Die Weisheit der Klimatologen

National Geographic 20.6.2008:

“We’re actually projecting this year that the North Pole may be free of ice for the first time [in history],” David Barber, of the University of Manitoba, told National Geographic News aboard the C.C.G.S. Amundsen, a Canadian research icebreaker.

National Geographic 21.9.2009:

This year’s cooler-than-expected summer means the Arctic probably won’t experience ice-free summers until 2030 or 2040, scientists say.

Some models had previously predicted that the Arctic could be ice free in summer by as soon as 2013, due to rising temperatures from global warming.

Bin schon gespannt was sie nächstes Jahr vorhersagen.

Road of Appeasement

In den USA wird seit heute eine eine Werbung von Citizens United gezeigt. Es ist allerdings nicht klar, ob als Fernsehwerbung oder nur im Web:

Ist ziemlich brutal. Würde mir echt wünschen, solche Organisationen wie Citizens United gäbs auch bei uns, das würde die Politik noch ein Stück interessanter machen.

Durchschnittliche Kontogebühren in Österreich: €140

Laut EU-Kommission betragen die durchschnittlichen Kontogebühren in Österreich pro Jahr €140. Österreich ist somit auf Rang 5 (von unten natürlich) und die AK und die Grünen sehen sich bestätigt.

Meine Frage dazu: Wo zum Teufel hat die EU-Kommission ihr Test-Konto eingerichtet?



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