Archiv für Februar 2010

Die Stunde der Komödianten

Es ist schon etwas länger her, dass ich Graham Greenes Die Stunde der Komödianten gelesen habe. Aber beim Lesen des Artikel Vegans, Thetans and Baptists, Oh My! Rebuilding Haiti in Our Image in Wired Danger Room musste ich wieder daran denken.

In Die Stunde der Komödianten versucht das Ehepaar Smith in Haiti ein vegetarisches Zentrum aufzubauen – inmitten von Chaos und der grausamen Herrschaft von Papa Doc.

Der Artikel in Wired berichtet über die verschiedenen Missionierungsversuche in Haiti nach dem Erdbeben. Neben diversen religiösen Gruppen (verschieden Christen, Scientology) wird auch versucht, den Vegetarismus in Haiti populär zu machen, z.B. durch Food for Life Global.

Video: Konservative und Schwule

Die Conservative Political Action Conference (CPAC) ist eine jährlich stattfindende Konferenz konservativer Aktivisten in den USA. An der Konferenz nehmen verschieden konservative Gruppen teil, u.A. GOProud, die die Interessen konservativer Homosexueller vertritt.

Manchem ist das nicht ganz recht, u.A. Ryan Sorba von den Young Conservatives of California. Der wurde aber ziemlich ausgebuht:

Obama und der Dalai Lama

Ich bin kein großer Dalai Lama Fan: die Feudalherrschaft einer Priesterkaste ist keine sehr verlockende Alternative zum chinesischen Kommunismus. Trotzdem denke ich, dass es richtig ist China zu zeigen, dass man deren Menschenrechtsverletzungen nicht vollkommen gleichgültig gegenüber steht und dazu ist der Dalai Lama nun mal ein großartiges Symbol (u.A. auch, weil er Gewalt grundsätzlich ablehnt).

China sieht das natürlich nicht so gerne und deswegen gibt es jedes mal, wenn ein Staatsoberhaupt oder Regierungschef den Dalai Lama empfängt eine Art Eiertanz. Schließlich sollen die Chinesen nicht ganz vergrault werden, weil diese ja dann doch noch unseren Sozialstaat finanzieren sollten.

Aber hätte Obama nicht zumindest vorher die Müllsäcke wegräumen lassen können, bevor er den Dalai Lama durch den Hinterausgang rausgeschickt hat?

Video: Mahmud al-Mabhuh, Agenten-Thriller, österreichische Beteiligung?

Im Jänner 2010 wurde der Hamas-Terrorist Mahmud al-Mabhuh tot in seinem Hotelzimmer in Dubai aufgefunden. Eine Rekonstruktion ergab, dass 11 Personen mit (gefälschten) europäischen Pässen in seine Ermordung verwickelt sind. Die Operationsbasis war eventuell in Österreich: die Personen telefonierten nie miteinander sondern immer nur mit einer Nummer in Österreich:

Technical surveillance determined that none of the suspects ever made direct phone calls to each other, instead, it was discovered that there were many suspicious phone calls to international numbers located in Austria. It is suspected that this could be a kind of command centre. It is also probable that highly encrypted systems were used to communicate.

Das Video zeigt Aufnahmen von Überwachungskameras:

Größter Erfolg der Obama Administration: der Irak Krieg

Was ist einer der größten Erfolge der Obama Administration? Laut Vizepräsident Joe Biden ist es der Irakkrieg:

I am very optimistic about — about Iraq. I mean, this could be one of the great achievements of this administration. You’re going to see 90,000 American troops come marching home by the end of the summer. You’re going to see a stable government in Iraq that is actually moving toward a representative government.

I spent — I’ve been there 17 times now. I go about every two months — three months. I know every one of the major players in all the segments of that society. It’s impressed me. I’ve been impressed how they have been deciding to use the political process rather than guns to settle their differences.

Ich bin sehr optimistisch – was den Irak betrifft. I denke, das könnte einer der großen Erfolge dieser Administration sein. Sie werden sehen, wie 90.000 amerikanische Soldaten Ende Sommer heim marschieren. Sie werden im Irak eine stabile Regierung sehen, die sich in Richtung einer representativen Demokratie bewegt.

Ich verbringe – ich war 17 mal dort. I gehe ungefähr alle zwei Monate – drei Monate. I kenne jeden der Hauptakteure in jedem Segment der irakischen Gesellschaft. Es hat mich beeindruckt. Es hat mich beeindruckt, wie sie sich zu einem politischen Prozess entschieden haben, anstatt ihre Differenzen mit Waffen zu lösen.

Ja, Biden und Obama haben es immer schon gewusst:

Oh, the Irony

Der Gore-Effekt hat wieder zugeschlagen: Der amerikanische Senatsausschuss für Umwelt und öffentliche Bauvorhaben musste eine Anhörung über die Auswirkungen der globalen Erwärmung aufgrund des starken Schneefalls verschieben.

Der ungewöhnlich kalte und schneereiche Winter in Europa und der amerikanischen Ostküste ist aber nicht nur kein Hinweis auf das Ausbleiben der Klimaerwärmung. Es ist viel mehr der Beweis dafür, dass die Klimaerwärmung stattfindet, wie Dylan Ratings von MSNBC erklärt – was etwas glaubwürdiger wäre, hätte man uns nicht noch vor ein paar Jahren erklärt, dass das Ausbleiben von Schnee der Beweis für die Klimaerwärmung ist.

Wie auch immer – Wetter ist nicht Klima. Das Global Snow Lab der Rutgers Universität in New Jersey misst seit 1966 jeden Monat die Schneebedeckung in der nördlichen Hemisphere. Was auffällt ist, dass diese in den letzten Jahren in den Monaten März bis September unterdurchschnittlich war, während es in den Monaten Oktober bis Februar eher überdurchschnittlich viel Schnee gab.

Den Eindruck, den man hier in Österreich hat, dass die Winterschigebiete jedes Jahr noch mehr Schneekanonen brauchen ist also entweder ein eher lokales Wetterphänomen, hat nichts mit dem Klima sondern mit dem Ausbau der Schigebiete zu tun oder existiert überhaupt nur in den Medien.

Und jetzt nochmal zur Ironie: Die Götter des Olymp haben entschieden, es überall auf der nördlichen Hemisphäre schneien zu lassen, nur nicht dort, wo die Olympiade stattfinden soll:

Video: Die Umweltpolizei

Neben einem kontroversen Werbespot über die Abtreibung gab es beim diesjährigen Superbowl auch eine kontroverse Audi-Werbung:

Die Werbung ist natürlich irgendwie recht verwirrend – soll man jetzt einen Audi kaufen, um der Gängelung der Green Police zu entkommen, die irgendwann mal kommen wird? Es kann ja wohl niemand der Meinung sein, dass diese Green Stasi Police was tolles ist, oder?

Gavin Newsom, der Bürgermeister von San Francisco hat jedenfalls auf Twitter geschrieben: Ok .. That “green police” Audi commercial hits home.. (siehe Bericht von NBC). San Francisco hat nämlich die strengsten Recycling Gesetzte der USA und es ist verboten Essensreste in den normalen Müll zu werfen.

Die amerikanische Kunststoffindustrie hat jedenfalls auf greenpoliceconfused.com schon eine Gegenkampagne gestartet, um die Vorzüge von Plastiktüten und Kunststoffflaschen zu erläutern (Tipp: Es hat was mit dem Klimawandel zu tun).

In den Blogs wird das natürlich auch ausgiebig diskutiert – einige finden den Spot nicht so witzig, weil es genau das ist, was passieren wird. Andere deswegen nicht, weil es die Umweltbewegung mit den Nazis gleichsetzt (Grün ist die Farbe der Nazi-Polizei oder so). Andere sehen es eher gelassener (siehe auch hier).

Unterschichtenproblem in Europa

Großartiger Artikel in der Welt: Wie man mit viel Geld Armut vermehrt. Gunnar Heinsohn schreibt, wie die Sozialhilfe (im speziellen Fall Hartz IV) nicht die Armut bekämpft, sondern sie sogar vermehrt. Als Teil der Lösung sieht er die Reform der Sozialhilfe in den USA, die Bill Clinton 1996 unterzeichnet hat: Den Personal Responsibility and Work Opportunity Act. Zentraler Punkt der Reform: Jeder gesunde Amerikaner kann in seinem Leben nur maximal 5 Jahre lang Sozialhilfe beziehen.

Man kann jetzt natürlich geschockt sein ob dieser “sozialen Kälte”. Aber der Artikel in der Welt ist gespickt mit Fakten aus der Hartz IV Statistik – und die schockieren noch mehr.

Eine der Grundlagen für Clintons Gesetzt war übrigens das Buch Losing Ground: American Social Policy, 1950-1980 von Charles Murray und das werde ich mir jetzt auf den Kindle runterladen.

Fax von Frau Sandra Talbot

Die Nigerian Connection faxed jetzt auch:

PMI Jänner 2010

PMI Jänner 2010

Die Länder Spanien, Griechenland und Irland haben nach wie vor große Probleme.



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