Unbewusste Vorurteile, Hass und Angst auf SpOn

Es ist jetzt amtlich: Ich bin ein Mensch ohne Vorurteile. Wer sich auch Testen lassen will, kann das hier tun.

SpOn hat unter der Kategorie „Wissenschaft“ einen Artikel über unbewusste Vorurteile veröffentlicht: Wahlen gewinnen mit Hass und Angst.

Aufgrund einer Untersuchung von 129 unentschiedenen Einwohnern aus Vicenza betreffend dem dortigen US-Militärstützpunkt schloss er und seine Kollegen, dass tief liegende Vorurteile letztendlich für unsere Entscheidungen verantwortlich sind. Die Argumentationskette, die zur Entscheidung führt, legt man sich im Nachhinein in einer Art Selbsttäuschung zu. Die Art der Vorurteile (Antiamerikanismus bzw. Angst vor Arbeitslosigkeit) wurde mit dem eingangs erwähnten Test ermittelt.

Dazu kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein – ich denke eigentlich nicht, dass ich von Vorurteilen gesteuert werde (aber ich hab ja auch keine, wie ich dank des Tests feststellen konnte).

Damit sich die Geschichte besser verkaufen lässt, muss natürlich ein aktueller Bezug hergestellt werden, also die Präsidentenwahlen in den USA. Und selbstverständlich kann nur Obama das Opfer des Hasses sein.

Für Barack Obama bedeute das nichts Gutes: Der politische Gegner assoziiere Obama mit dem Islam und mit seiner dunklen Hautfarbe und wecke dadurch im Unterbewussten allerhand negative Vorstellungen.

Der SpOn Artikel gipfelt in der Aussage:

Die sinkenden Umfragewerte für Obama erklärt er sich damit, dass mehr und mehr unentschlossene Wähler sich in den letzten Wochen entschieden haben. „Für ihre verborgenen Vorurteile und damit gegen Obama“, erklärt Gawronski.

Es ist eine maßlose Arroganz, dass die (vorläufige) Entscheidung von Wählern für bzw. gegen einen Kandidaten pauschal als von Vorurteilen getrieben dargestellt wird. In diesem Fall also als Resultat von Rassismus und/oder Islamophobie.

Zusätzlich hat der Autor der SpOn-Artikel den Nerv, das als etwas darzustellen, das durch die Wissenschaft ermittelt wurde. Der Autor des SpOn-Artikels vermischt die Veröffentlichung in Science, in der selbstverständlich kein Bezug auf die aktuellen Wahlen genommen wird (ganz zu schweigen von einem so einseitigen Bezug) und die Privatmeinung eines der Autoren. Eine Privatmeinung, die dem Autor des SpOn-Artikels offensichtlich nicht ganz fern ist, wie schon alleine die Bildunterschriften unter der Bilderstrecke zeigen (Republikanischer Kandidat McCain: „Die Strategie ist subtil und gemein…..).

Ich werde in den nächsten Tagen einen Blogeintrag darüber schreiben, wie die rechten Medien in den USA tatsächlich auf Obama reagieren – wozu ich mich durch mein tägliches Studium von Fox News und Talk Radio (das ist bei mir pathologisch) genügend qualifiziert fühle.

1 Response to “Unbewusste Vorurteile, Hass und Angst auf SpOn”


  1. 1 Pentas 28. August 2008 um 8:56

    Das soll ein neutraler Test sein? Ein Computerspiel mit ändernen Tastenbelegungen, kommst du damit nicht klar, hast du Vorurteile.
    Ich bekomme schon Probleme wenn ich vom Computerspiel A ins Spiel B wechsle, und dann noch nach Stunden versehentlich über die Klippe springe. Hier geht das im Minutentakt.
    Politische Orientierung, nur von links nach rechts, natürlich ohne Definition was damit eigentlich gemeint ist. Wo soll ich mich da aus Liberaler einordnen.

    „Finden Sie, dass homosexuelle Ehen gesetzlich mit den gleichen Rechten anerkannt werden sollten wie traditionelle Ehen?“
    Was meint ein Hardcore-Liberaler dazu, welcher meint zwischenmenschliche Beziehungen sollten den Staat überhaupt nichts angehen?

    Und dann kommt das heraus:
    „schwache automatische Präferenz für homosexuelle gegenüber heterosexuellen Menschen“
    Köstlich!


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