Indikatoren der Wirtschaftskrise (3) – Purchasing Managers‘ Index (PMI)

Herbert Hoover, der 31. Präsident der USA beklagte sich während der Wirtschaftskrise, dass er zu wenig aktuelle Daten über den Zustand der Wirtschaft habe. Er wandte sich an die National Association of Purchasing Agents (jetzt Institute of Supply Management, ISM) und drängte diese, eine Umfrage zu entwickeln, das aktuelle Informationen über den Zustand der der Wirtschaft liefern kann. Daraus entwickelte sich der Purchasing Managers‘ Index, PMI (Einkaufsmanager Index, EMI). Dabei werden 400 Firmen in ganzen Land befragt. Die Fragen betreffen:

  • Neue Aufträge.
  • Produktion.
  • Beschäftigung.
  • Wie schnell werden die Waren von den Zulieferern geliefert?
  • Lagerbestände.

Diese Fragen werden unterschiedlich gewichtet und daraus wird ein Diffusionsindex erstellt. Ein Diffusionsindex zeigt die Veränderungen Monat für Monat an. Das ISM wertet aus, bei wieviel Firmen sich die Situation verbessert hat, gleich geblieben ist oder verschlechtert hat. Daraus wird ein Index berechnet. Ein PMI von 50 bedeutet, dass es keine Änderung zum Vormonat gab, ein Wert größer als 50 ist eine Verbesserung, kleiner als 50 eine Verschlechterung. Bei einem Wert von unter 43 liegt sehr wahrscheinlich eine Rezession vor, bei einem Wert zwischen 43 und 50 kann die Gesamtwirtschaft immer noch wachsen.

Zusammenhang zwischen PMI und Wirtschaftswachstum:

Zusammenhang GDP und PMI in den USA

Zusammenhang GDP und PMI in den USA

Wie man im Diagramm erkennen kann, besteht ein Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachtum und PMI.

Vorteil des PMI

Der große Vorteil des PMI ist, dass die Daten sehr aktuell sind. Der PMI wird am ersten Arbeitstag des Folgemonats herausgegeben.

Weltweit

Die große Bedeutung des PMI in den USA hat dazu geführt, dass in sehr vielen Ländern ein PMI berechnet wird. Hier der PMI von Österreich, Deutschland, Schweiz, USA, Japan und China in den letzten zwei Jahren:

Verschiedene PMI

Der original PMI betrachtet nur die verarbeitende Industrie und wird deswegen oft auch „Manufacturing PMI“ genannt. Es gibt seit einiger Zeit auch andere PMI, z.B. ISM Non-Manufacturing Business Survey. In vielen Staaten wird nicht zwischen verarbeitender und nicht verarbeitender Industrie unterschieden.

Interaktive PMI – Karte

Ich habe außerdem eine interaktive Karte mit dem PMI erstellt (für Oktober fehlen noch die Daten von Kanada, Russland, Norwegen, Brasilien, Türkei, Israel und Singapur):

Fazit

Der PMI aller Staaten mit Ausnahme von Indien ist unter 50, von vielen Staaten unter 43 und bei manchen Staaten sogar deutlich darunter (z.B. Spanien 34,6).

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