Barack Obama und die Reaktion der rechten Medien auf seine Wahl: Teil 1 von 4, Mike Huckabee

Ich werde versuchen in einem vierteiligen Beitrag einen Überblick über die Reaktion der rechten Medien in den USA auf die Wahl Barack Obamas zum Präsident zu geben. Teil 1 beschäftigt sich mit Mike Huckabee, in den weiteren Teilen werde ich mich mit Bill O’Reilly, Glenn Beck und Rush Limbaugh beschäftigen.

michael-dale-huckabee-klein Mike Huckabee hat in den Vorwahlen gegen McCain verloren und machte nachher Wahlkampf für McCain. Er war Gouverneur von Arkansas und Pastor. Die Hauptstadt von Arkansas – Little Rock – markiert einen wichtigen Meilenstein in der Rassentrennung. Der Gouverneur Orval Faubus verweigerte 1957 neun Schwarzen den Besuch einer High School. Präsident Eisenhower verstaatlichte daraufhin die Nationalgarde und ermöglichte so den Schülern unter deren Schutz den Besuch der Schule. Es gibt noch ein berührendes Interview, das Huckabee in dieser Sendung mit einem dieser neun Schüler – Ernest Green – führte. Ich werde versuchen, ob ich es in den nächsten Tagen online stellen kann.

Mike Huckabee hat eine wöchentliche Sendung auf Fox News. Seine Gedanken zur Wahl von Obama fasst er so zusammen:

Es ist kein Geheimnis, dass ich persönlich den Präsidentschaftskandidaten John McCain unterstützt habe. Ich stimmte mit ihm in zentralen Fragen überein und wir sind in der selben Partei. Aber ich glaube wirklich, dass er ein außerordentlich ehrenvoller amerikanischer Held. Und ich habe hart für seinen Wahlkampf gekämpft, sogar bis zu dem Punkt, wo ich meine Stimme verloren habe.
Aber die Amerikaner wählten Barack Obama und es ist jetzt Zeit, die Wahl hinter uns zu lassen und uns auf unser Land zu konzentrieren. Barack Obama war nicht meine Wahl aber am 20. Jänner wird er mein Präsident sein. Ich werde für ihn beten und für seine Familie. Ich will, dass er Erfolg in der Führung unseres Landes hat. Ich werde nicht versuchen, nur seine Fehler zu sehen und seine Vorzüge außer Acht zu lassen.
Einige der scharfen Kritiker von Bush gingen über loyale Opposition hinaus und ergingen sich in bösem, gewalttätigen und gemeinen Hass. Die von uns, die diese Art für verabscheuungswürdig hielten, dürfen sich gegenüber Präsident Obama nicht ähnlich verhalten. Wir können unseren wahren Patriotismus zeigen, indem wir uns so verhalten, wie wir uns gewünscht hätten, dass sich die Leute gegenüber Präsident Bush verhalten hätten.
In meinem Leben sah ich die abstoßenden Erniedrigungen des Rassismus, der sich darin geäußert hat, dass farbige Menschen getrennte Schulen, Warteräume, Theater und Schwimmbäder benutzen mussten. Das ist ein beschämender Teil unserer Geschichte. Wir können ihn nicht ignorieren. Diese bösartige, egoistische und sündige Behandlung anderer Amerikaner wegen ihrer Hautfarbe kann nie getilgt werden. Aber wir können alle feiern, dass an diesem Wahltag ein Mann dazu gewählt wurde, im Weißen Haus zu wohnen, der vor 50 Jahren dort noch nicht mal hätte Kaffee servieren können.
Es bedeutet, dass wenn Mütter ihre Kinder ins Bett bringen, dass sie ihnen sagen können, dass ihren Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind. Und junge schwarze Kinder wissen nun, dass ihr Weg an die Spitze ist nicht unbedingt auf Sport oder Unterhaltung beschränkt ist – es kann sein, dass sie durch Bildung, harte Arbeit und Dienst an der Gemeinschaft ihren Weg an die Spitze machen. Bestimmt wird selbst der parteiischste Republikaner das zu schätzen wissen.
Wenn Barack Obama Steuererhöhungen, Gleichgültigkeit gegenüber der Heiligkeit des Lebens oder die Homosexuellenehe durchsetzt, werde ich stark und laut widersprechen. Aber ich werde ihm trotzdem den Respekt zollen, den er dadurch verdient hat, dass er zum Präsident der Vereinigten Staaten – ja, zu meinem Präsidenten – gewählt wurde.

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