Interview mit Ralph Nader: Rassistisch oder nicht?

Ralph Nader wurde auf der Radiostation KTRH in Houston, Texas zu den Wahlen interviewt:

Der Satz, um den es geht ist:

He is our first African American president; or he will be. And we wish him well. But his choice, basically, is whether he’s going to be Uncle Sam for the people of this country, or Uncle Tom for the giant corporations who are running America into the ground.

Er ist unser erster schwarzer Präsident, oder er wird es sein. Und wir wünschen ihm alles Gute. Aber er steht vor der Wahl, ob er Onkel Sam für die Menschen diese Landes sein wird, oder Onkel Tom für die großen Firmen, die Amerika ins Verderben führen.

Nader wurde später in einem anderen Interview gefragt, ob er, wenn er jetzt nochmal darüber nachdenkt, den Satz nicht lieber umformulieren möchte und er hat das verneint.

Meine Meinung: Es ist natürlich klar, was Nader gemeint hat. Aber trotzdem kommt man nicht umhin anzumerken, dass „Onkel Tom“ in diesem Zusammenhang noch eine andere Bedeutung hat, als nur die Agenda der großen Firmen zu erfüllen: es bedeutet, dass er sich den Firmen unterordnet, dass er der nützliche Idiot der Firmen ist. Wenn McCain gewonnen hätte und er die Agenda der großen Firmen erfüllen würde, würde vermutlich niemand davon ausgehen, dass er sich den Firmen einfach unterordnet, sondern dass er das deswegen tut, weil er sich davon z.B. persönlich finanzielle Vorteile erhofft.

2 Responses to “Interview mit Ralph Nader: Rassistisch oder nicht?”


  1. 1 maschi 15. November 2008 um 17:00

    Ich würde es für diskutierenswert halten – und das war ja auch im Zuge der Diskussion hier so irgendwo auch das Thema (für mich), ob eine Äusserung, eine Formulierung ein Satz für sich selbst „rassistisch“ sein kann, oder ob dieses Eigenschaftswort (so wie einige andere auch) nicht bei näherer Betrachtung besser nur auf die Absicht des Menschen (und nicht seine Sätze) bezogen werden sollte.

    Ich meine damit: entweder ich bin rassistisch oder ich bin es nicht. Und ich finde das ist daher auch die entscheidende Frage, die es in solchen Situationen zu beantworten gilt: Herr Nader, wie genau haben Sie das gemeint?

    Wenn ich einen Satz äussere, der in den Ohren mancher anderer rassistisch klingt, dann ist es klar, wenn ich in Folge mich mit den Nachfragen der anderen auseinandersetzen muss. Nicht so sinnvoll finde ich es, einen Satz zu zerpflücken. Besser wäre es, den Menschen zu zerpflücken und wenn dabei nichts rauskommt, im Zweifel für den Angeklagten zu votieren (für mich nicht nur ein juristisches, auch ein moralisch-zwischenmenschliches Prinzip).

  2. 2 Thomas 15. November 2008 um 18:34

    Ich halte die Aussage von maschi für sehr richtig.

    Ein Beispiel, das mir dazu einfällt: Bei uns immer wieder diskutiert, was Haider gesagt und nicht gesagt hat.

    Das meiste was er gesagt hat, war vermutlich (!) um zu provozieren. Aber dass er Asylwerber in Lager auf Bergen stecken wollte und das Verhalten in der Ortstafelfrage zeugen davon, dass er wirklich ein Verfassungsfeind war – interessanterweise wird darüber aber weniger geredet, als über ein paar Drittes-Reich-Sager.


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