Barack Obama und die Reaktion der rechten Medien auf seine Wahl: Teil 4 von 4, Rush Limbaugh

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Die Rush Limbaugh Show ist mit 13 Millionen Zuhörer die erfolgreichste Talk Radio Show. Rush Limbaugh begann sein Programm 1988 und hat dafür das AM-Band genutzt, das damals aufgrund der zunehmenden Verwendung des FM-Bands praktisch bedeutungslos geworden war.

Rush Limbaugh hat während des Wahlkampfs McCain praktisch bedingungslos unterstützt, man konnte aber deutlich heraushören, dass er nicht besonders begeistert war. Hier seine unmittelbare Reaktion am 5. November:

So, meine Freunde, das sind die Früchte des „new tone“ [Der „new tone“ ist eine Strategie von Bush/Rove, im Prinzip eine Art Konservativismus Light. Siehe z.B. hier oder hier.]. Für die unter euch, die diese Aussage verblüfft: ich werde das zusammen mit vielen anderen Dingen erklären, während wir uns in drei Stunden Hörfunkexzellenz des Limbaugh Instituts für fortgeschrittenen Konservativismus damit beschäftigen, die Bewegung des Konservativismus wieder aufzubauen. Ich nehm das zurück. Die Bewegung des Konservativismus muss nicht wiederaufgebaut werden. Einige Leute sind aus der Bewegung ausgestiegen und wir müssen sicherstellen, dass sie nicht zurückkommen. Grüße und Willkommen. Die Telefonnummer ist 800-282-2882 und die e-mail Adresse ist ElRushbo@eibnet.com.

Konservativismus hat letzte Nacht nicht verloren. Konservativismus war nicht auf dem Wahlzettel. Die Republikanische Partei hat versucht „nicht konservativ“ zu sein, seit der „new tone“ durch die Bush Administration 2001 eingeführt wurde. Aber ich möchte dem President Elect Obama gratulieren, meine Damen und Herren. Ohne Senator Obama würden wir uns immer noch mit dem Geist von Hillary Clinton beschäftigen, die die demokratische Partei belagert, um ins Weiße Haus zu gelangen. Ich möchte also Senator Obama gratulieren und mich bei ihm bedanken, dass er die Clintons abgefertigt hat – zumindest so lange, bis er genug vermasselt um ihnen einen Spalt zu öffnen, durch den sie wieder zurück kommen können.

Der Prozess des Wiederaufbaus der konservativen Bewegung hat begonnen. Ich nehme an, die konservative Bewegung muss in einem gewissen Sinn wieder aufgebaut werden, aber es sollte viel einfacher sein, als viele Leute meinen weil viele der so genannten „Konservativen“ die Bewegung verlassen haben, um Obama zu unterstützen, um sich zu profilieren usw. Sie haben jetzt, was sie wollten. Sie bekamen den Kandidaten, den sie wollten [also den moderaten McCain]. Sie bekamen das Resultat, von dem wir alle wussten, dass es passieren würde als sie den Kandidaten bekamen, den sie wollten. Und als die Dinge den Bach runter gingen, sagten viele dieser Pseudo-Konservativen: „Weißt du was? I mag den Obama irgendwie, Obama kann vortragen, Obama kann reden“, also lasst sie auf dieser [politischen] Seite bleiben.

Wir haben die Spiele. Wir haben das Spielbuch. Wir haben nicht gespielt – aber jetzt fangen wir damit an. Wir werden keine Zurufer haben, wir werden keine „draft choices“ haben. Sie werden vielleicht auf der Bank sein, aber sie müssen sich zuerst in Trainingscamps beweisen, bevor sie dieses mal in Spiel dürfen. Eine kleine Football Analogie für diejenigen die nicht unbedingt zu Sport neigen.

Das, mit dem wir es heute zu tun haben, die Möglichkeit die wir jetzt haben, ist die Wiedergeburt der Opposition, die auf Prinzipien basiert, die Opposition, die auf Überzeugung gegründet ist, nicht die Opposition um der Opposition willen, nicht die Opposition aufgrund politischer Berechnung. Ich weiß nicht, ob sie das wissen, ich weiß nicht, ob sie das gestern im Fernsehen gehört haben. Wissen sie, dass mit der Niederlage das moderaten Chris Shays in Connecticut haben wir keinen einzigen konservativen – Entschuldigung – haben wir keinen einzigen Republikaner vom Nordosten mehr im Repräsentantenhaus. Alle diese Moderaten, alle diese moderaten Republikaner, linke Republikaner, die dachten, der einzige Weg um gewählt zu werden ist, moderat zu sein, ein Zentrist zu sein. Ratet wo die sind! Weg. Sie sind weg. Eine Gelegenheit zur Reinigung, meine Damen und Herren, wie wir sie schon seit langer Zeit nicht mehr hatten. Das ist alles positiv – für unsere Seite – die Gelegenheit um Aufzubauen. Wir haben einige schwierige Herausforderungen vor uns, wir müssen das zurückdrängen, was zweifellos kommen wird [linke Politik von Obama].

Ich sitze hier und muss lachen. Da ist eine andere Vorlage ist eingeführt wird und viele der Zurufer auf unserer Seite haben das aufgenommen: „Hey, er wird von der Mitte aus regieren. Hey, er wird von Mitte-Rechts aus regieren. Hey, er kann nicht weit nach links gehen, er kann das alles nicht machen.“ Das bisschen, das wir über diesen Typ wissen, ist genau das, dass er ein Radikaler ist. Diese Ansprache letzte Nacht, konnten sie die Gesichter der Menschen im Publikum sehen. Sie zeigten Messianismus. Sie haben sich nicht darum gekümmert was sie hörten. Ich habe. Wieder gab er eine Ansprache, die nichts besser sagte als jeder den ich bisher nichts hab sagen hören. Einige grundlegende Dinge sagte er aber, die ich aufzeigen werden, während sich das Programm vor euren Augen und Ohren entfalten wird.

Nun, der Weg des Wiederaufbaus wird steil sein, aber ich weiß auch, dass wir dort hingelangen werden. Als Konservative werden wir dort hingelangen. Können wir der Idee widerstehen, dass beschlagnahmende Besteuerung Wohlstand erzeugt, obwohl sie doch Wirtschaftswachstum bestraft? Ja, wir können! Können wir der Ansicht widerstehen, dass die Größe unserer Nation von einer immer weiter wachsenden Regierung kommt anstatt von der Freiheit von Regierung wie es unsere Gründer vorhergesehen hatten? Ja, wir können!

Gestern Nacht, während dem „yes, we can“ – Zeug in der Rede musste ich anfangen unkontrolliert zu lachen. Ich hatte gestern Nacht eine großartige Zeit. Ich hatte wirklich eine großartige Zeit als ich mir das alles angesehen habe. Ich habe durch einige Kanäle geschalten und ich musste einfach lachen. Können wir dem Glauben widerstehen, dass das Einkommen für das falsche Versprechen von Gerechtigkeit umverteilt werden muss? Ja, wir können. Können wir dem Glauben widerstehen, dass es unmoralisch ist, unsere eigenen Grenzen zu sichern oder uns vor Terroristen zu schützen, die uns zerstören wollen? Ja, wir können! Können wir das und noch viel mehr tun? Ja, wir können! Weil jetzt ist es für alle deutlich, dass der gemäßigte Pfad der Anbiederung uns zur entsetzlicher Niederlage führt. Das letzte Nacht waren die Früchte des „new tone“. Letzte Nacht, meine Damen und Herren, habe ich die Anspreche von President-Elect Obama gesehen und als ich den Aufbau gesehen habe, sie haben uns den Aufbau gezeigt, lange vor er die Ansprache hielt. Und da sagte ich, „Los, McCain, geh da raus und gesteh die Niederlage ein. Die werden die Kontrolle über die Menschenmenge in Chicago verlieren. Diese Menschenmenge wartet da schon eine Weile.“ Und ich sah keine WC-Häuschen. Was hat die Menschenmenge gemacht? Ich wusste, dass die vermutlich eine Band oder ein Konzert oder sowas hatten. McCain kam heraus und machte seine Ansprache.

Übrigens dieses Ansprache, das Eingeständnis der Niederlage – ich hörte viele Menschen sagen: „Wo war das während des Wahlkampfs?“. Das war sein Wahlkampf. Diese Ansprache war der Grund, warum er die Wahl verloren hatte. Diese Ansprache war das Zeugnis seines Wahlkampfs der in Flammen aufging.

Fazit: Limbaugh verabscheut die moderaten Republikaner. Nachdem die Wahl jetzt vorbei ist, hält er sich mit der Kritik an dieser Strategie nicht zurück. Er will, dass sich die Partei neu aufstellt, gegründet auf Prinzipien. Weiters denkt er (anders als z.B. O’Reilly und Huckabee) nicht, dass Obama von der Mitte aus regieren wird.

2 Responses to “Barack Obama und die Reaktion der rechten Medien auf seine Wahl: Teil 4 von 4, Rush Limbaugh”


  1. 1 maschi 23. November 2008 um 10:08

    Ich finds spannend. Und frage mich schon, wo man stehen muss, um jemand wie Obama nach allem was wir bis jetzt wissen als „Radikalen“ bezeichnen zu können. Obama verkörpert für mich genau jene europäische und US-amerikanisch-urbane Mitte (die Millionenstädte wählen alle (oder fast alle? ich vermute alle) mehrheitlich demokratisch. Eine Mitte die den Markt und seine unverzichtbaren Mechanismen versteht, aber auch nicht vor jeder Regulierung reflexartig zurückschreckt (sondern versucht möglichst nicht „gegen“, sondern „mit“ dem Markt zu regulieren…)

    Noja, ich mache kein Hehl daraus, ich halte diesen Mann für einen Radikalen… also so weit mal kein objektivierbarer Unterschied zwischen uns beiden.🙂

  2. 2 Michael 23. November 2008 um 12:15

    Obama hat einen Wahlkampf der Mitte geführt, einige seiner früheren Verbindungen sind jedoch Links-Radikale. Die meisten Rechten sind aber jetzt mittlerweile der Meinung, dass er schon eher aus der Mitte regieren wird, auch gerade wegen den Leuten, die er für sein Kabinett auswählt.

    Deswegen sind jetzt einige der Linken bereits am heulen (siehe z.B. die Kommentare hier: http://www.huffingtonpost.com/2008/11/22/clinton-obama-detente-fro_n_145768.html).


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