Eva Glawischnig – Populistisch oder Naiv?

Ein Standard-Interview von Eva Glawischnig hat einiges Aufsehen (hier, hier und hier) erregt. Die Frage scheint zu sein, ob die Grünen jetzt auf Anti-EU-Kurs sind oder nicht.

Um das gehts mir hier aber nicht. Mich stört vor allem folgendes:

Ich sehe die ÖVP als eine maßgebliche Anti-Europa-Partei, denn: Sie vertritt zwar eine fortschreitende Integration, aber sie will diese für anti-europäische Ziele nutzen. Sie ist nur Lobbys verpflichtet. Etwa indem sie sich in Brüssel ständig gegen die Klimaschutzziele einsetzt.

Die Glawischnig tut so, als ob man nur aufgrund von Lobbys gegen Klimasschutzziele sein kann. Und dann nochmal:

Oder wer betreibt die Renaissance der Atomenergie in Europa? Das ist ja nicht die EU an sich, das sind die konservativen Kräfte.
[…]
Überall dort, wo man sich nicht hinter die Interessen der Bürger stellt und lieber die einzelnen Interessen von Lobbys bedient, ist man aus meiner Sicht antieuropäisch.

Auch hier meint Glawischnig, dass die Grünen die Bürgeranliegen gepachtet haben und dass die, die anderer Ansicht sind, offensichtlich nur von Lobbys ferngesteuert sein können.

Wenn Eva Glawischnig wirklich nicht kapiert, dass man auch aus Überzeugung bzw. rationalen Überlegungen gegen Klimaschutzziele und für Atomenergie sein kann (und dass es auch für Klimaschutzziele und für Atomausstieg recht gut aufgestellte Lobbys gibt), dann ist „Naiv“ eigentlich noch viel zu nett.

3 Responses to “Eva Glawischnig – Populistisch oder Naiv?”


  1. 1 Tom Schaffer 14. Dezember 2008 um 14:56

    Abgesehen davon, dass ich die Einschätzung, man könne aus vernünftigen Gründen gegen den Klimaschutz sein, für eine schwer gestrige halte: Dann sollte die ÖVP das aber halt doch auch sagen, dass ihr der Klimaschutz abstrus vorkommt. Nach außen großartig Bilanzen und Statistiken verzerren, wonach Österreich so super wäre, und so tun als wäre man DIE ökosoziale Partei schlechthin, und dann dort wo es drauf ankommt nichts draus oder gar das Gegenteil machen, das passt jedenfalls nicht zusammen.😉

  2. 2 Michael 14. Dezember 2008 um 18:36

    Das ist ja mein großer Kritikpunkt an der ÖVP, dass sie die konservativen Werte versteckt und stattdessen populistische Standpunkte einnimmt. Man hat das bei den Wahlen gut gesehen, als die ÖVP sich einerseits dem Anti-Ausländerwahlkampf der FPÖ/BZÖ bediente und andererseits auch versucht hat, an dem erbärmlichen SPÖ-Wahlstimmenkauf teilzunehmen.

    Dass das keine Zukunft hat, hat glaub schon der Haider mal gesagt: die Leute gehen halt lieber zum Schmied als zum Schmiedl.

    Alles in allem wäre es für die ÖVP mal an der Zeit in Opposition zu gehen um sich neu aufzustellen (was natürlich nicht geht, da man unbedingt FPÖ/BZÖ ausschließen will ohne etwas am Wahlrecht zu ändern).


  1. 1 Leben oder Tod? | Feuerhaken Trackback zu 15. Dezember 2008 um 18:56

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