Archiv für Januar 2009

Geistige Umweltverschmutzung

Gerhard Maria Wagner ist der neue Bischof von Linz. Er wird als Erzkonservativ beschrieben, u.A. weil er im Zusammenhang mit dem Hurrikan Katrina folgendes gesagt hat:

Ist die auffallende Häufung von Naturkatastrophen nur eine Folge der Umweltverschmutzung durch den Menschen, oder mehr noch die Folge einer „geistigen Umweltverschmutzung“?

Ich frage mich, ob das tatsächlich eine erzkonservative Haltung ist. Klingt eher esoterisch. Erinnert mich irgendwie an die 4000 Leute, die nach Washington zum Meditieren gegangen sind mit dem Ziel die Verbrechensrate dort zu senken.

Zwei kontroverse Werbeclips

Am Sonntag findet der Super Bowl statt. Dieses Großereignis wird von NBC übertragen. Da sich ca. 80-90 Millionen Amerikaner die Übertragung anschauen werden, sind die Werbepreise entsprechend hoch. Zwei Werbeclips wurden von NBC aufgrund kontroverser Inhalte abgelehnt.

Die erste Werbung ist von CatholicVote.com und ist gegen Abtreibung gerichtet.

Die zweite Werbung heißt Veggie Love ist von PETA und gegen Fleischkonsum.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob CatholicVote oder PETA sich die Plazierung der Werbung bei der Super Bowl Übertragung überhaupt hätten leisten können und ob das nicht nur ein Publicity Gag ist.

Bill O’Reillys Kommentar dazu:

I hope those vegetables were of legal age.

Norman Finkelstein: einfach nur krank

Darauf bin ich durch einen Blogeintrag bei Power of Will aufmerksam geworden. Pat Buchanan hat einen „Gastbeitrag“ von Norman Finkelstein in seinem Blog:

Deutschland Uber Alles

The Grandchildren of Holocaust survivors from World War II are doing to Palestinians exactly what was done to them by Nazi Germany…

Wen schon Finkelsteins Text im PJB-Blog schockiert, der sollte seine Homepage besser gar nicht erst anschauen. Dort ist in einer zweispaltigen Anordnung jeweils links ein Bild vom Holocaust und rechts eins ähnlich ausschauendes vom Gaza-Krieg (die Bilder werden immer schlimmer je weiter man nach unten scrollt).

Finkelstein ist vor allem für sein Buch „Die Israel-Lobby: Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird“ bekannt. Dass er Israel nicht gerade positiv gegenübersteht war mir also schon klar. Dass er aber so krank ist, hat mich schon schockiert.

Noch was zu Susanne Winter

Ich will hier nicht viel zur Person sagen, davon kann man z.B. hier schon genug lesen. Das Fazit ist, dass sie als Politikerin eine Schande und Peinlichkeit für Österreich ist.

Aufgrund einiger ihrer Äußerungen wurde sie am Donnerstag wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren (nicht rechtskräftig) verurteilt. Natürlich kann man einwenden, dass es die entsprechenden Gesetze nun mal gibt und dass sie deswegen auch angewendet werden müssen – und wenn nicht in diesem Fall, wo dann? Beide Gesetzte werden nur sehr selten angewendet, die letzte Verurteilung wegen Herabwürdigung religiöser Lehren gab es 2006.

Aber ich möchte doch all jene, die sich jetzt über ihre Verurteilung freuen (z.B. hier und hier) fragen, wohin soll das führen? Es müssen da zwei Aspekte getrennt betrachtet werden:

Meinungsfreiheit

Der Weg, den unserer Gesellschaft zurückgelegt hat, um mit den Religionen so umgehen zu können, wie das heute möglich ist, war lang und steinig. Heute ist es – zumindest was das Christentum betrifft – schon fast normal, dass man sich darüber lustig machen kann, ja, dass man die religiösen Inhalte und die damit verbundenen Personen herabsetzen darf. Das sporadische Gezeter der Kirchen wird nur noch als Hintergrundrauschen wahrgenommen. Seit einiger Zeit haben wir aber diese Probleme mit dem Islam – irgendwie ist es sehr gefährlich den Islam zu kritisieren.

Aufgrund falsch verstandener Toleranz und der Neigung, Problemen aus dem Weg zu gehen, sind bedenklich viele für eine gewisse Einschränkung der Möglichkeiten, den Islam zu kritisieren. Man soll sich aber keine Illusion machen, dass das auf den Islam und nur die extremsten Auswüchse beschränkt bleibt.

Eine kleine Kostprobe haben wir ja schon bei Popetown gesehen. Ein angeblich (hab ich nicht gesehen) vollkommen harmloser Zeichentrickfilm führte zur Forderung nach Verschärfung des Gotteslästerungsparagraphen von Seiten der CSU und irgendwann waren dann auch Teile der SPD dafür, dass MTV die Ausstahlung nochmal überdenkt. Kommentar in kath.net:

„Man würde Muslimen eine solche Sendung niemals zumuten.“ Das meint die deutsche Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz zur geplanten Ausstrahlung der Sitcom „Popetown“, die Papst und Kirche durch den Kakao zieht.

„Christen scheinen hier in der Tat aufgrund ihrer überzeugten Gewaltlosigkeit immer einen groben Spaß zu vertragen“, sagt Gerl-Falkovitz der Agentur „Zenit“. „Der Sender sollte sich aber täuschen.“

Man sieht also wo das hinführen soll: Zuerst geht man auf die religiösen Befindlichkeiten von Muslimen ein und danach schreien die Anderen, wir wollen auch.

Demokratie

Der zweite Aspekt ist, dass Susanne Winter eine Politikerin ist. Was sagt das über den Zustand einer Demokratie aus, wenn Politiker wegen inakzeptabler Aussagen nicht abgewählt, sondern verurteilt werden?

Fazit

Die, die sich eine Verurteilung von Susanne Winter wünschen, sollten aufpassen, weil ihr Wunsch vielleicht in Erfüllung gehen könnte. Bisher konnten wir immer zurückschauen und uns darüber freuen, dass die Freiheit zugenommen hat. Ich hoffe nicht, dass es eines Tages so weit kommen wird, dass wir sagen müssen: „Sowas wie Life of Brian könnte man heute nicht mehr machen.“.

Post Scriptum

Ich lese gerade im SpOn, dass das SWR Oliver Pocher wegen einer Stauffenberg-Parodie scharf kritisiert:

[…] es ist nicht hinnehmbar, dass man den Helden des deutschen Widerstandes so ins Lächerliche zieht“, sagte Wieland, die die katholische Kirche in dem Gremium vertritt.

Partido Verde Ecologista de México – PVEM

Wie ich vorgestern schon geschrieben habe, hat die Grüne Partei in Mexiko eine Kampagne zur Einführung der Todesstrafe gestartet. Der vorherige Artike basiert nur auf einer Meldung von orf.at. Ich habe mich jetzt aber etwas genauer umgesehen und bin von dieser Partei fasziniert.

(Da ich kein Spanisch kann, sind alle Übersetzungen mit Google Translate).

Der volle Name der Partei ist Partido Verde Ecologista de México (kurz PVEM), zu Deutsch Grüne Umweltpartei Mexikos. Deren Internetauftritt ist hier (bzw. hier mit Google Translate).

Zunächst die die PVEM eine „normale“ Grüne Partei. Sie hat zwar mit der konservativen Nationalpartei PAN gemeinsame Sache gemacht, um 2006 die über 70 jährige Herrschaft der linken Revolutionspartei PRI zu brechen, arbeitet seit dem aber meist mit der PRI zusammen (siehe hier). Laut ihrem Programm will sie eine gerechtere Gesellschaft, Friede und Harmonie unter Beibehaltung der kulturellen und ökologischen Vielfalt. Wer die Veröffentlichungen auf der PVEM-Seite liest, wird feststellen, dass die meisten irgendwas mit der Natur zu tun haben.

Was die PVEM von anderen Grün-Parteien unterscheidet, ist deren Kampagne zur Einführung der Todesstrafe und die Kampagne gegen die Legalisierung von Marihuana.

Todesstrafe

Zunächst zur Todesstrafe. Auf der PVEM-Seite befindet sich eine Web-Umfrage zur Einführung der Todesstrafe. 81% von 4318 haben für Ja gestimmt. Das ist eines der Plakate der PVEM:

pvem-todesstrafeAuf dem Plakat steht:

Porque mos interesa tu vida.
Pena de Muerte para asesinos y secuestradores.

Denn wir kümmern uns um Ihr Leben.
Todesstrafe für Mörder und Entführer.

(2008 gab es in Mexiko mehr Entführungen als im Irak oder Kolumbien)

Marihuana

Die wendet sich scharf gegen den Vorschlag der PRD (Partei der demokratischen Revolution, mitte-links), Marihuana zu legalisieren.

pvem-maihuanaAls Gründe dafür nennt die PVEM, dass die Legalisierung in anderen Ländern nie einen positiven Effekt gehabt hat und dass der Marihuana-Anbau schweren Folgen für die Umwelt hat, den man bereits im Bundesstaat Oaxaca sehen kann.

Fazit

Wie man sieht ist alles eine Frage der Perspektive.

Grüne für Todesstrafe

Nein, nicht bei uns – aber in Mexiko. Ist aufgrund der Bürgerkriegsähnlichen Zustände auch kein Wunder. Wie ich bereits einmal geschrieben habe, wird Mexiko von dem U.S. Joint Forces Command bereits in einem Atemzug mit Pakistan genannt (Seite 36):

In terms of worst-case scenarios for the Joint Force and indeed the world, two large and important states bear consideration for a rapid and sudden collapse: Pakistan and Mexico.

In Bezug auf die Worst-Case-Szenarien für die Joint Force und eigentlich die ganze Welt. Bei zwei großen und wichtigen Staaten muss die Möglichkeit eines schnellen und plötzliche Zusammenbruchs in Betracht gezogen werden: Pakistan und Mexiko.

Der Joint Operating Environment – Bericht ist übrigens generell sehr interessant.

Erste Erfolge von Obamas Wirtschaftspolitik

Es sind bereits erste Erfolge von Obamas Wirtschaftspolitik spürbar. Die Botoxbehandlungen und Mikrodermabrasionen (was immer das auch ist) haben im Vorfeld der Inauguration bereits stark zugenommen.

Das sind gute Nachrichten – vor allem auch für Faymann, der bei der Genesung der österreichischen Wirtschaft ganz auf Obama setzt.

Denn wie Bob Beckel heute auf FNC gesagt hat: „Well, I’ll tell you what won’t be happening today, more of that Bush economic policy and his failed policy,“ (Ich sage ihnen, was heute ganz sicher nicht passieren wird: mehr von Bushs Wirtschaftspolitik und seiner gescheiterten Politik).

Aber mal im Ernst: sogar Mahmud Ahmadinedschad hat schon begriffen, dass die Wirtschaftspolitik von Obama/Bush/Keynes in den Untergang führt: