Jose Compean und Ignacio Ramos

Bush hat es tatsächlich noch getan: er hat das Strafmaß für Compean und Ramos verkürzt (mit anderen Worten, sie kommen jetzt frei, sie wurden aber nicht begnadigt).

Compean und Ramos haben als Grenzschützer im Februar 2005 einem mexikanischen Drogendealer in den Hintern geschossen (das klingt jetzt irgendwie harmlos, ist es aber nicht: er muss mit schweren Folgeschäden leben). Das alleine wäre eigentlich noch nicht unbedingt illegal, sie versuchten das aber aus irgendwelchen heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zu vertuschen und wurden wegen Justizbehinderung zu 11 bzw. 12 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Grenze zu Mexiko ist in den USA ein sehr heißes Eisen. Durch die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Mexiko schwappt viel Kriminalität in die USA über, z.B. kommt es vor, dass mexikanische Grenzbeamte in die USA eindrigen und sich mit Grenzbeamten der USA eine Schießerei liefern – so haben früher Kriege begonnen. U.S. Joint Forces Command nennt Mexiko schon in einem Atemzug mit Pakistan: „risk of a rapid and sudden collapse“.

Zusätzlich gibt es ein Einwanderungsproblem: da jeder, der in den USA geboren ist, automatisch die US-Staatsbürgerschaft erlangt, versuchen viele Mexikaner in die USA zu gelangen: ihre Kinder sollen es mal besser haben. Was tun die inzwischen: entweder sie werden kriminell oder sie Arbeiten illegal. Da sie aber nicht einfach zur Polizei gehen können, wenn ihre Kaffeepause nicht lang genug ist arbeiten viele diese illegalen Einwanderer im Prinzip als Sklavenarbeiter (das ist keine Übertreibung!).

Die Fronten in der Auseinandersetzung zwischen liberalen und restriktiven Einwanderungsgesetzen sind deswegen sehr schwer zu überblicken. Die Lobbies für liberale Einwanderungsgesetze tun das nicht automatisch, weil ihnen die Mexikaner leid tun, sonder eventuell deswegen, weil sie frische Sklavenarbeiter brauchen. Umgekehrt sind nicht alle, die für restriktive Einwanderungsgesetze eintreten automatisch Rassisten, sie sind vielleicht nur gegen die Ausbeutung.

Dementsprechend viel Aufregung gab es wegen des sehr strengen Urteils gegen Compean und Ramos. Es wurden einige Seltsamkeiten aufgezeigt, z.B. dass sich sehr hohe Beamte aus Washington in das Verfahren einmischten – zuungunsten der Grenzbeamten. Der Drogendealer wurde während des Verfahrens wieder beim Versuch des Drogenschmuggels verhaftet, das wurde dem Gericht aber verschwiegen.

Übrigens: heute um 5pm ET (23:00 MEZ) auf FNC die Premiere von Glenn Beck mit Sarah Palin und den Frauen von Compean und Ramos als Gäste.

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