Archiv für März 2009

Was macht PETA eigentlich so?

peta_aidsDas „Center for Consumer Freedom“ (CCF) ist eine liberale Organisation, die sich dafür einsetzt, dass der Staat den Menschen nicht vorschreibt, was sie Essen oder Trinken dürfen (sie wenden sich auch gegen Anti-Raucher Gesetze).

Einer der Ziele ihrer Kampagnen ist die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals). CCF beschafft sich jedes Jahr die PETA-Akten vom „Virginia Department of Agriculture and Consumer Services“. Laut diesen Akten vermittelte PETA 2008 7 Haustiere und tötete 2.124. Obwohl PETA ein Budget von $32 Millionen hat, macht die Organisation keine ernsthafen Versuche, die bei ihr abgegebenen Tiere zu vermitteln.

CCF schreibt auf ihrer Internetseite petakillsanimals.com:

Call them what you will, but you can’t accuse PETA folks of being lazy. When they’re not opposing medical research aimed at curing AIDS and cancer, or getting scolded by a German court for comparing animal slaughter to the Holocaust, or giving money to violent criminals, they’re doing other things. Like killing 2,124 pets a year.

Nenn sie wie Du willst, aber Du kannst die Leute von PETA nicht beschuldigen faul zu sein. Wenn sie nicht gerade gegen medizinische Forschung zur Heilung von AIDS und Krebs sind oder von einem deutschen Gericht wegen dem Vergleich zwischen Tierschlachtung und Holocaust verurteilt werden oder gewalttätigen Kriminellen Geld geben, dann tun sie andere Sachen. Wie z.B. 2.124 Tiere pro Jahr töten.

Pauline Hansons Nacktfotos

paulinehanson2Pauline Hanson ist eine australische Politikerin. Sie war früher Mitglied der Liberal Party of Australia, aufgrund rassistischer Äußerungen wurde ihr jedoch die Unterstützung entzogen und sie gründete 1997 die One Nation Party. Es folgte ein steiler Aufstieg und ein ebenso steiler Niedergang.

Wie auch immer: sie kandidierte heuer als Unabhängige in der Queensland State Election, die am 21.3.2009 abgehalten wurden. Am 15.3.2009 veröffentlichte der Daily Telegraph Nacktfotos von Pauline Hanson, die Hansons damaliger Freund Jack Johnson irgendwann in den Jahren 1975-1977 gemacht hatte. Hanson fand die Fotos angeblich zufällig beim digitalisieren seiner Fotosammlung und ein Freund riet ihm, diese zu verkaufen. Er bekam $15.000 dafür.  Hanson teilte seiner Ex-Geliebten über die Zeitung mit:

Sorry it’s come to this, sweetheart – that’s the way it is.

Pauline Hanson bestritt alles. Es tauchten auch immer mehr Ungereimtheiten auf, z.B. dass das Hotel, in dem die Fotos laut Johnson gemacht wurden erst 1986 eröffnete. Pauline Hanson erklärte sich bereit, ihren Bauchnabel zu zeigen, der sich angeblich merklich von dem der Frau auf den Fotos unterscheidet.

Am Tag vor der Wahl kamen auch dem verantwortlichen Redakteur Neil Breen erste leise Zweifel. Er sagte, dass „the story had holes in it“ (die Geschichte hat Lücken). Weiters sagte er:

If it’s proven 100 per cent they are not her then I absolutely will be the first person to apologise to her.

Wenn es zu 100% bewiesen ist, dass es nicht sie ist, dann werde ich die erste Person sein, die sich bei ihr entschuldigt.

Dann – zufällig am Tag nach der Wahl – gab der Sunday Telegraph zu, dass das nicht Pauline Hanson auf den Fotos ist. Und der Redakteur entschuldigte sich bei ihr. Einer der Gründe, warum Neil Breen jetzt tatsächlich zu 100% davon überzeugt war, dass Johnson ein Betrüger ist, war:

[Paparazzi agent] Fawcett did not tell The Sunday Telegraph that Johnson claimed to have pictures of the other woman in lingerie with the Sultan of Brunei. That claim is plainly ridiculous and exposes Johnson as a fraud.

Paparazzi Agent Fawcett teilte dem „Sunday Telegraph“ nicht mit, dass Johnson auch behauptete, Fotos einer anderen Frau in Dessous mit dem Sultan von Brunei zu haben. Diese Behauptung ist schlicht lächerlich und überführt Johnson als Betrüger.

Und die einzige Frage, die jetzt noch übrig bleibt:

The last remaining piece of the mystery is the identity of the woman who is a one-in-a-million doppelganger for Hanson.

Das letzte übrigleibende Stück des Geheimnis ist die Identität der Frau, die die eins in einer Million Doppelgängerin von Hanson ist.

Noch eine Apartheitsmauer…

In Rio de Janeiro wird eine Mauer um die Slums gebaut, damit diese nicht weiter in die malerischen Hügel Rios wachsen.

Jihad Update März

Jung gegen Alt, Radikal gegen „Moderat“

maqdisi1In der Jihad Community gibt es einen Streit Jung gegen Alt. Den Jungen sind die Alten anscheinend nicht radikal genug. Das ist etwas erstaunlich, da es bei der Person, die jetzt im Zwielicht der Moderatheit steht um den jordanischen Kleriker Abu Muhammad al-Maqdisi handelt, dem spirituellen Berater des leider viel zu spät verstorbenen Abu Musab al-Zarqawi, seines zeichens Führer der Al Kaida im Irak (a.D.). Die Aufgabe von Maqdisi bestand im wesentlichen darin, für alle Gräueltaten der Al Kaida im Irak die passende Koraninterpretation zu liefern.

Der Artikel im Christian Science Monitor ist zu empfehlen, weil er interessante Einblicke gibt. Das Rohmaterial dazu stammt z.T. von Jihadica.

Starbucks

Der ägyptische Kleriker Safwat Higazi hat sich das Starbucks Logo genauer angeschaut und festgestellt, dass es sich dabei um die Königen Esther, die Königin der Juden handeln muss.

Today, I would like to talk about the Starbucks coffee shop. Starbucks is to be found in Mecca, in Al-Madina, opposite the King Abdul Aziz Gate in Mecca, opposite the Al-Majid Gate in Al-Madina, as well as in Cairo. Starbucks is to be found everywhere, with this logo. This is the Starbucks logo.

The girl in the Starbucks logo is Queen Esther. Do you know who Queen Esther was and what the crown on her head means? This is the crown of the Persian kingdom. This queen is the queen of the Jews. She is mentioned in the Torah, in the Book of Esther. The girl you see is Esther, the queen of the Jews in Persia.

Heute will ich über das Starbucks Caffee sprechen. Starbucks kann man in Mekka, in Medina, gegenüber des König Abdul Aziz Tors in Mekka, gegenüber des Al-Majid Tor in Medina und auch in Kairo finden. Starbucks kann überall gefunden wirden – mit diesem Logo. Das ist das Starbucks Logo.

Die Frau in dem Starbucks Logo ist die Königen Esther. Wissen Sie, wer Königen Esther war und was die Krone auf ihrem Kopf bedeutet? Das ist die Krone des persichen Königreichs. Diese Königen ist die Königen der Juden. Sie wird in der Torah erwähnt, im Buch Esther. Die Frau, die Sie sehen ist Esther, die Königen der Juden in Persien.

Man kann sich den Clip von Al-Nas TV mit englischen Untertiteln auf MEMRI anschauen. Was das Logo wirklich bedeutet wird auf der Wikipedia erklärt.

Die Jüdisch-Zionistische-Harry-Potter Verschwörung

Ebenfalls von MEMRI übersetzt ein iranischer Fernsehbeitrag, der Harry Potter für eine zionistische Verschwörung hält.

Die Ursachen der Kreditkrise – Chrrr, de Arier!!!

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gordon Brown:

This crisis was caused by the irrational behaviour of white people with blue eyes, who before the crisis appeared to know everything and now demonstrate that they know nothing.

Diese Krise wurde durch das irrationale Verhalten von Weißen mit blauen Augen verursacht, die vor der Krise angeblich alles gewusst haben und nun vorführen, dass sie nichts wissen.

Großbritannien in Bedrängnis

Heute ist die Versteigerung britischer Staatsanleihen fehlgeschlagen. Sowas kann zwar hin und wieder vorkommen (zuletzt 2002), aber es ist doch ein Alarmzeichen.

Weiters: der Zentralbankchef Großbritanniens Mervyn King hat Gordon Brown öffentlich dazu aufgefordert kein weiteres Geld mehr auszugeben:

It would be sensible to be cautious about going further in using discretionary measures to expand the size of those deficits.

Und noch eins: Gordon Brown wurde heute vom britischen Europaabgeordneten Daniel Hannan scharf angegriffen. Er nannte Brown „the devalued Prime Minister of a devalued Government„. Das Video ist großartig:

AIG, Boni, Populismus und Casablanca

In den USA spielt sich um Bonuszahlungen des AIG Konzerns im Moment großes Theater ab – Theater mit einem etwas bitterem Beigeschmack.

Was ist passiert? AIG hat seit September 2008 duzende Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen, um die Zahlungsunfähigkeit zu verhindern.  So um den 15. März herum wurde bekannt, dass AIG Bonusse im Wert von $165 Millionen an Angestellte verteilt. Seit dem versuchen sich die Politiker in Washington an Entrüstung gegenseitig zu überbieten.

  • 1.3. AIG bekommt zusätzlich $30 Milliarden Staatshilfe (hat bereits $150 Milliarden erhalten).
  • 15.3. Es wird bekannt, dass AIG ca. $170 Millionen an Bonuszahlungen vorgenommen hat.
  • 15.3. Es wird zunehmend klar, dass AIG eine Art Geldwäschesystem ist. Das Geld, das in AIG hineingepumpt wird, geht dort einfach durch und gelangt zu anderen Banken, die ohne dieses Geld vermutlich Bankrott gehen würden. Deutsche und französische Banken bekommen ca. $36 Milliarden.
  • 15.3. Es wird aber auch klar, dass die Boni, um die es hier geht keine Erfolgshonorare sind, sondern Zahlungen, die den Mitarbeitern für den Fall versprochen wurden, dass sie nicht kündigen (Retention Bonus). Die Abteilung, die die Credit Default Swaps vergeben hat wird geschlossen und muss abgewickelt werden. Bei normalem Gehalt würden die meisten Mitarbeiter natürlich so schnell wie möglich den Job wechseln.
  • 16.3. Obama stimmt in den Empörungschor ein.

    How do they justify this outrage to the taxpayers who are keeping the company afloat? This isn’t just a matter of dollars and cents. It’s about our fundamental values.

  • 16.3. Der New Yorker Generalstaatsanwalt (in den USA ein politisches Amt) Andrew Cuomo verlangt von AIG eine Liste der Namen aller Bonusempfänger. Er will Druck ausüben und droht implizit damit, dass die er die Liste veröffentlichen wird, wenn die Boni nicht zurückgezahlt werden:

    The Attorney General’s Office will responsibly balance the public’s right to know how their tax dollars are spent with individual security, privacy rights, and corporate prerogative.

  • 17.3. Der republikanische Senator Charles Grassley schlägt vor, dass die AIG Manager Harakiri machen sollen:

    […] if they’d follow the Japanese example and come before the American people and take that deep bow and say, I’m sorry, and then either do one of two things: resign or go commit suicide.

  • 17.3. Die Washington Post berichtet, dass Obama über die Boni bereits einen Tag vor deren Auszahlung bescheid wusste.
  • 17.3. AP berichtet, dass Regierung und Finanzministerium schon seit Monaten über die bevorstehenden Bonuszahlungen bescheid wissen mussten. AIG hatte sie nämlich bereits im November der SEC mitgeteilt. Da es sich nicht um Erfolgsboni handelt, stand deren Betrag ja schon fest. Der Demokratische Senator Elijah Cummings versuchte bereits damals von CEO Liddy eine Kürzung der Boni zu erreichen. Die demokratischen Abgeordneten Crowley und Kanjorski ersuchten im Jänner die FED die Bonuszahlungen genauer zu untersuchen.
  • Das Finanzministerium macht den demokratischen Senator Chris Dodd für eine Ausnahmeregelung verantwortlich, die diese Bonuszahlungen ermöglichen:

    [new rules] shall not be construed to prohibit any bonus payment required to be paid pursuant to a written employment contract executed on or before February 11, 2009.

  • 17.3. Es wird auch langsam bekannt, wer von AIG Wahlkampfspenden bekommen hat: eigentlich jeder, nur Dodd und Obama am meisten.
  • 17.3. Die gespielte Entrüstung der Politiker läuft langsam aus dem Ruder, AIG Mitarbeiter fühlen sich bedroht. Die „Connecticut Working Families Party“ bietet z.B. Busreisen an, um vor den Häusern der AIG Manager zu protestieren.
  • 18.3. AIG versendet ein internes Memorandum, in denen die Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aufgefordert werden, z.B. keine Kleidung zu tragen, auf denen AIG aufgedruckt ist.
  • 18.3. Genauere Untersuchungen ergeben, dass einige Abgeordnete versuchten Anträge in die Stimulus Bill einzubringen, die Bonuszahlungen verhindern. Dagegen steht in der Endfassung des Gesetzes seltsamer weise der Satz, der die Bonuszahlungen explizit ermöglicht und laut Finanzministerium von Chris Dodd geschrieben wurde. Kein demokratischer Senator, auch nicht Chris Dodd kann sich daran erinnern, wie diese Zeilen in das Gesetz gekommen sind. Der demokratische Senator Baucus versucht das so zu erklären:

    Frankly it was such a rush — we’re talking about the stimulus bill now — to get it passed, I didn’t have time and other conferees didn’t have time to address many of the provisions that were modified significantly.

  • 18.3. Bei der Anhörung muss der CEO Edward Liddy Rede und Antwort stehen. Liddy wurde im September 2008 von der Bush-Regierung als CEO für AIG eingesetzt. Als der demokratische Abgeordneter Stephen Lynch Liddy Vorwürfe bezüglich eines Vertrags von 2007 macht, erklärt Liddy, dass er damals noch nicht für AIG gearbeitet hat und dass ihn diese persönlichen Angriffe ärgern. Lynch antwortet darauf:

    Well, offense was intended. So you take it rightfully, sir.

  • 19.3. Chris Dodd kann sich nun doch erinnern: Es war zwar er, der den Satz, der die Boni ermöglicht in das Gesetz schrieb, aber nur auf Wunsch der Regierung. Ein Vertreter des Finanzministeriums (der anonym bleiben wollte) bestätigt das auch.
  • 19.3. Das Repräsentantenhaus stimmt für ein Gesetz, das Boni von Firmen, die Geld vom TARP bekommen haben und an Mitarbeiter geht, die mehr als $250.000 verdienen mit 90% besteuert (die restlichen 10% werden durch die Steuern der Bundesstaaten und Gemeinden abgezweigt).

Casablanca

Die gespielte Entrüstung erinnert einige an den Film Casablanca und so wird der „Captain Louis Renault award for hypocritical outrage“ vergeben.

casablanca-bonuses1Für die, die noch niemals Casablanca gesehen haben (wie z.B. ich) der dazugehördende Filmausschnitt: