Ärger im Paradies

Verstimmung zwischen den USA und Großbritannien. Beim Besuch von Gordon Brown in Washington mussten die Briten zuerst um eine gemeinsame Pressekonferenz betteln, danach gabs kein gemeinsames Mittagessen im Weißen Haus und dann der Zwischenfall mit den Geschenken! Die Geschenke von Brown an Obama waren sorgfältig ausgesucht:

  • Ein Stifthalter gemacht aus dem Holz der HMS Gannet, einem Schiff, das gegen den Sklavenhandel (der Araber) gekämpft hat. Obama war darüber so entzückt, dass er ihn gleich auf seinen Tisch im Oval Office stellte, der übrigens aus dem Holz des Schwesterschiffs HMS Resolute gemacht ist.
  • Eine gerahmte Kommission (was ist das?) der HMS Resolute, die die britisch-amerikanische Freundschaft symbolisiert.
  • Eine Erstausgabe der Churchill Biografie von Sir Martin Gilbert. Die Briten haben nach dem 11.9.2001 den Amerikanern eine wertvolle Bronzebüste von Churchill geliehen, die im Oval Office aufgestellt wurde. Diese hat Obama jedoch zurückgegeben, was schon einige Irritationen ausgelöst hatte.

Und was war das Geschenk von Obama an Brown? Eine DVD-Box, die jeder bei Amazon bestellen kann. Die Daily Mail hat auch herausgefunden, welche Filme in der Box sind und versucht sich einen Reim darauf zu machen.

Ein Blogger vom Telegraph will sogar den Grund für dieses Verhalten ausgemacht haben: Michelle Obama kann Großbritannien nicht ausstehen.

Weiter in den Blogs: Power Line erklärt die Hintergründe von Browns Geschenken, Mark Hemmingway vom National Review fragt sich, ob die DVDs überhaupt in Europa abspielbar sind und Iain Martin vom Telegraph stößt sich daran, dass Obama offensichtlich dann doch gerne die Queen treffen würde – diese sei aber auch eine Art Celebrity, mit denen sich Obama gerne umgibt.

Die Empörung bei den Briten ist natürlich groß und die rechten Medien und Blogs in den USA schreiben auch fleißig. Ansonsten wird das aber interessanterweise kaum thematisiert. Da sich Obama wohl kaum persönlich um die Beschaffung der Geschenke und die Planung des Protokolls beim Empfang von Brown kümmern muss, sonder Angestellte hat, die sich ausschließlich um solche Sachen kümmern, kann man schon davon ausgehen, dass das nicht eine einfache Gedankenlosigkeit war, sondern so geplant war und die Zeiten der speziellen Beziehnungen zwischen den USA und Großbritannien unter Obama erst mal vorbei sind.

2 Responses to “Ärger im Paradies”


  1. 1 Gorgasal 24. März 2009 um 20:58

    Die Commission ist wahrscheinlich das Dokument zur Indienststellung der HMS Resolute:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Ship_commissioning

    Die deutsche Wikipedia kennt so etwas nicht, wohl mangels nautischer Tradition in Deutschland…


  1. 1 Hundert Tage « The Outside of the Asylum Trackback zu 24. März 2009 um 20:45

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