„Die Linke“, die Freiheit und Misik

Robert Misik ist an seinem vorläufigen Tiefpunkt angekommen. In einem Vortrag vor der deutschen Partei „Die Linke“ hat er einen Vortrag gehalten – über die Freiheit. Man könnte sich jetzt denken, dass die SED PDS Die Linke da tatsächlich noch was lernen könnte. Aber obwohl im Publikum vermutlich noch alte SED Kader und Stasi Spitzel gesessen sind, sieht Misik die Freiheit in erster Linie von Neokonservativen und Neoliberalen bedroht. In einem einzigen Satz erwähnt er, dass die „Kommunisten in Osteuropa die demokratischen Freiheitsideale verraten haben“. Natürlich nicht ohne vorher zu erwähnen, dass Joe McCarthy ja ein Antikommunist war.

Ich muss als neoliberaler Freiheitsfeind allerdings dazu sagen, dass Die Linke den Misik vermutlich nicht dafür bezahlt hat damit er ihr den Kopf wäscht. So gesehen ists verständlich.

3 Responses to “„Die Linke“, die Freiheit und Misik”


  1. 1 Martin Schimak 25. März 2009 um 15:24

    Ich verstehe es nicht, warum du dich ausgrechnet über diesen Text so aufregst. Ich schlag Dir vor, versetz Dich mal geistig an einen anderen Ort und versuch Dir einen anderen (von Dir einigermassen geschätzten) Autor vorzustellen. Und lies den Text dann unter diesen falschen Voraussetzungen in Ruhe nochmal. Und dann versetz Dich nochmal zurück an den realen Ort: Der Text bemüht sich, der versammelten „Linken“ klarzumachen, dass Freiheit ebenso wichtig ist wie Gleichheit. Misik ist in seinen Texten sehr oft auch „Politiker“ in dem Sinn, dass er sich in sein Publikum hineinversetzt und versucht sich vorzustellen, wie er diesem etwas näherbringen kann, das einen Denkprozess auslöst.

    Ich kann oftmals nicht mit Misik mit (kurz zusammengefasst weil er meines Erachtens die Essenz ungeteilter – eben auch wirtschaftlicher – Freiheit entweder nicht versteht oder aus emotionalen Gründen immer wieder auch ziemlich „tief“ torpedieren muss), bereue es aber auch nicht, ihn gerade für diesen Text zu „loben“… er ist weitgehend polemikfrei und von seinem Standpunkt aus betrachtet sehr ausgewogen.

  2. 2 Michael 25. März 2009 um 19:57

    Man muss glaub ich zwei Ebenen Unterscheiden. Die Linke hat mit Freiheit grundsätzlich ein Problem, weil Gleichheit für sie sehr wichtig ist – das ist (so denke ich) auf der gleichen Ebene angesiedelt, wie die Probleme der Rechten (Konservativen) mit der Freiheit, weil diese großen Wert auf Moral/Sicherheit legen.

    Auf dieser Ebene sind die „normalen“ Parteien angesiedelt, wie die Sozialdemokraten oder konservative Parteien. Dass der Misik mit Konservativen nicht viel anfangen kann ist kein Geheimnis und das ist ja auch ok. Wenn er diesen Vortrag vor Sozialdemokraten gehalten hätte, dann hätte ich damit nicht so ein grundsätzliches Problem. Ich würde ihn nur als einseitig empfinden (könnte es aber auch als Strategie empfinden das Publikum für dieses Thema zu begeistern).

    Aber „Die Linke“ ist keine normale Partei. Dass die (Neo)konservativen in Bezug auf Freiheit keine weiße Weste haben wird niemand bestreiten. Aber in „Die Linke“ sitzen noch die Spitzel und Funktionäre von damals, für die nicht nur Freiheit und das Individuum nichts Wert ist, sondern die in der Ungleichheit des Funktionärsstaats auch keine Ungerechtigkeit gesehen haben. Und sich dann vor diese Partei zu stellen und über den Freiheitsbegriff der Konservativen zu lästern ist blanker Hohn.

  3. 3 Martin Schimak 4. April 2009 um 11:22

    Mmh. Unterm Strich denke ich: Dein Punkt hat Berechtigung – hab den Kontext wohl nicht ausreichend gewürdigt, sondern den Text zu stark für sich stehend gelesen. Was anderes: wenn Du mich weiterhin blogrollen magst, darf ich mir wünschen, dass du den link auf meinen neuen blog legst? danke!


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