Maria Fekter, Obama und Charles Krauthammer

Ich finde die österreichische Politik nicht besonders interessant, ich interessiere mich mehr für das Internationale. Umso mehr freue ich mich, wenn in den internationalen Medien plötzlich von Österreich die Rede ist. Gestern war es mal wieder so weit: In einem OpEd von Charles Krauthammer (konservativer Kommentator) über Obamas erste Auslandsreise kommt doch tatsächlich unsere Innenministerin Maria Fekter vor:

And what did he [Obama] get for Guantanamo? France, pop. 64 million, will take one prisoner. One! (Sadly, he’ll have to leave his swim buddy behind.) The Austrians said they would take none. As Interior Minister Maria Fekter explained with impeccable Germanic logic, if they’re not dangerous, why not just keep them in America?

When Austria is mocking you, you’re having a bad week. Yet who can blame Frau Fekter, considering the disdain Obama showed his own country while on foreign soil, acting the philosopher-king who hovers above the fray mediating between his renegade homeland and an otherwise warm and welcoming world?

Und was bekam er [Obama] für Guantanamo? Frankreich – 64 Millionen Einwohner – nimmt einen Gefangenen. Einen! (Traurigerweise wird dieser seinen Schwimmpartner zurücklassen müssen). Die Österreicher sagten, sie werden keine Gefangenen nehmen. Wie die Innenministerin Maria Fekter mit tadelloser germanischer Logik erklärte, wenn sie nicht gefährlich sind, warum sollten sie dann nicht einfach in Amerika bleiben?

Wenn sie von Österreich verspottet werden, dann haben sie eine schlechte Woche. Doch wer kann Frau Fekter die Schuld zuschieben, wenn man die Geringschätzung berücksichtigt, die Obama auf fremdem Boden seinem eigenen Land erwies, den Philosophenkönig spielend, der über den Auseinandersetzungen schwebt und zwischen seinem abtrünnigen Heimatland und der ansonsten warmherzigen und einladenden Welt vermittelt.

1 Response to “Maria Fekter, Obama und Charles Krauthammer”


  1. 1 Hollerbusch 14. April 2009 um 22:07

    Aber wenn Maria Fekter es sogar in die Washington Post schafft, hat sie eine ausgesprochen gute Woche. Wobei Obamas Logik zu Guantanamo schon im Wahlkampf nicht nachvollziehbar war. Aber wenn sonst niemand die Guantanmo-Insassen nimmt, gibt es ja noch Bagram …


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: