Erneuerbare Energie in Spanien

Gabriel Calzada Álvarez hat eine Studie über die Auswirkungen der öffentlichen Unterstützung von erneuerbaren Energiequellen auf die Beschäftigungszahlen in Spanien veröffentlicht.

Im März 2004 gewannen die Sozialisten unter Zapatero die Parlamentswahlen. Noch im selben Monat erfüllte Zapatero eines seiner Wahlversprechen und erließ das „Royal Decree 436/2004“ (Übersetzung), das eine Neuordnung des Energiemarktes und eine sehr ehrgeizige Unterstützung erneuerbarer Energiequellen beinhaltete. Mit diesem neuen Gesetz konnte Strom auf Photovoltaikanlagen mit bis zu 575% und Strom aus Windkraftanlagen mit bis zu 90% über dem Marktwert liegenden Strompreisen unterstützt werden. Das Ziel ist ein Marktanteil von 20% bei den erneuerbaren Energiequellen in Spanien bis 2010. Den Fortschritt der Bemühungen kann man sich monatlich aktualisiert hier ansehen.

Geschaffene Arbeitsplätze

Als Grundlage zur Schätzung der geschaffenen Arbeitsplätze verwendet Álvarez das MITRE (Monitoring and Modelling Initiative on the Targets for Renewable Energy) Projekt der EU Kommission. MITRE schätzt, dass in der Windenergiebranche 15.000 und in der Solarenenergiebranche 14.500 Arbeitsplätze geschaffen wurden (direkt und indirekt).

Vernichtete Arbeitsplätze

Durch das Programm werden natürlich auch Arbeitsplätze vernichtet, z.B. durch die höheren Energiekosten. Ein Beispiel dafür ist der Stahlkonzern Acerinox, der auf eine Expansion in Spanien zugunsten USA und Südafrika verzichtet hat. Die Frage ist nur, wie viele Arbeitsplätze? Es werden die durchschnittlichen Subventionkosten pro geschaffenem Arbeitsplatz durch die durchschnittlichen Kosten für einen Arbeitsplatz im Privatsektor dividiert.

In Spanien wurde €28,671 Milliarden in das Programm investiert und Álvarez rechnet in diesem Fall mit 50.200 geschaffenen Arbeitsplätzen. Das ergibt €571.138 pro geschaffenen Arbeitsplatz. Die durchschnittlichen Kosten für einen Arbeitsplatz im Privatsektor sind €259.143. Ein Arbeitsplatz im erneuerbare Energie Bereich kostet also 2,2 mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeiterplatz im Privatsektor. Für Álvarez bedeutet das auch, dass für einen geschaffenen Arbeitsplatz im erneuerebare Energie Sektor 2,2 Arbeitsplätze im Privatsektor nicht geschaffen werden können (bzw. verloren gehen).

Ich bin kein Ökonom, aber ich finde diese Argumentation problematisch. Es sei aber angemerkt, dass Obama praktisch die selbe Methode verwendet, um zu berechnen, wie viele Arbeitsplätze sein Stimulusplan geschaffen hat, siehe z.B. hier unter dem Video. Obama rechnet, dass 1% Wirtschaftswachstum 1 Million Arbeitsplätze bringt. Die $14 Milliarden, die im ersten Quartal an Stimulus ausgegeben wurden bringen somit 150.000 Arbeitsplätze. Das sind €68.667 pro Arbeitsplatz und Quartal oder €274.667 pro Jahr, also ein Betrag, der sehr Ähnlich dem hier verwendeten ist.

Álvarez hat auch eine zweite Methode, mit der er die vernichteten Arbeitsplätze berchnet. Diese verwendet die Produktivität als Mass. Das Ergebnis ist wieder 2,2 (vernichtete Arbeitsplätze auf einen geschaffenen Arbeitsplatz). Ich kann dieser Berechnung jedoch nicht ganz folgen.

Nicht beachtet wurde in dem Zusammenhang aber, dass die Investition bei Wind- und Sonnenenergie recht groß sind, der Betrieb aber sehr wenig kostet.

Fazit

Auch wenn mir als Laie seine Berechnungsmethoden etwas fragwürdig erscheinen, scheint es doch so, dass die Berechnungsmethode „ein bestimmter Betrag entspricht einem Arbeitsplatz“ zumindest nicht unüblich ist. Auch wenn ich bei der Berechnung vermisse, dass der hohe Investitionsaufwand der erneuerbaren Energie beachtet wird, muss einem klar sein, dass die Investition in erneuerbare Energie keine Win-Win Situation ist. Es werden in jedem Fall Arbeitsplätze verloren gehen und zwar mehr, als geschaffen werden können.

Das bedeutet aber, dass man, vor man blind in eine Technologie investiert sich zuerst Gedanken machen sollte, ob das überhaupt sinnvoll ist und ob das Geld nicht anderswo effizienter eingesetzt werden könnte. So zeigen die Zahlen, dass die Solarenergie der Windenergie unterlegen ist und das muss in Österreich natürlich noch viel stärker der Fall sein wie in Spanien.

Was die Studie aber auch nicht beachtet ist, dass Wind- und Photovoltaik eine extrem ungünstige Form der Stromerzeugung ist. Wenn nämlich die Sonne nicht scheint, dann verbrauchen wir trotzdem Strom und die großen kalorischen Kraftwerke lassen sich nun mal nicht einfach so an und ausschalten. Und die in Österreich dafür zur Verfügung stehende Alternative sind Wasserkrafwerke.

1 Response to “Erneuerbare Energie in Spanien”


  1. 1 georg 13. Mai 2009 um 9:26

    Ich glaube Spanien hat ein anderes Problem und das heißt Wasser.
    Auch in ARIZONA träumen Ingieneure von gigantischen Sonnenkraftwerken. Nur ohne Wasser NUTZT DAS GAR NICHTS


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: