Klimawandel vs. Super-GAU: eine Polemik

Einleitung

Ich bin kein großer Freund der anthropogener Klimawandel – Theorie. In einer neuen Studie wurde jetzt geschätzt, dass der Klimawandel jährlich 300.000 Tote fordert und $125 Milliarden kostet. Ab 2030 werden es dann sogar 500.000 Tote und $300 Milliarden.

Folgender Text ist nicht wirklich ernst gemeint, es geht mir nur darum, dass diese Zahlen in ein Verhältnis gesetzt werden – die Berechnungen sind korrekt.

Klimawandel vs. Super-GAU

Nehmen wir mal an, dass das tatsächlich so ist, dass also der Klimawandel so drastische Auswirkungen hat und dass der Klimawandel durch den Menschen herbeigeführt wird und durch CO2-Reduktion verhindert werden kann.

Es ist es natürlich so, dass Atomkraftwerke kein CO2 produzieren. Trotzdem wird immer betont, dass Atomkraft keine Lösung ist, weil Atomkraftwerke nicht sicher sind. Die Alternativen werden vor allem in Windenergie und Photovoltaik gesehen. Jedem muss aber klar sein, dass ein Staat mit der heute zur Verfügung stehenden Technik niemals einen Großteil seines Energiebedarfs aus Windenergie oder Photovoltaik beziehen kann. Die Technik ist zu sehr von Umwelteinflüssen abhängig, es kann keine konstante Energieproduktion erfolgen und es stehen (noch) keine Speichertechniken zur Verfügung, mit denen man die notwendigen Energiemengen vorrätig halten kann. Die einzige echte Alternative mit erneuerbarer Energie ist Wasserkraft, diese wird jedoch oft wegen deren negativen Einfluss auf das Ökosystem verhindert und außerdem verfügen nicht alle Staaten über ausreichende Ressourcen.

Wenn die Folgen des Klimawandels aber tatsächlich so dramatisch sind, wäre dann ein Super-GAU alle paar Jahrzehnte nicht das geringere Übel? Es gab bisher erst einen Super-GAU, 1986 in Tschernobyl. Die Frage ist also, wie schlimm sind die Folgen von Tschernobyl verglichen mit denen des Klimawandels?

Unglücklicherweise gibt es keinen wirklichen Konsens was die Folgen der Tschernobyl Katastrophe betrifft. Zunächst die Anzahl Menschenleben:

  • Eine Studie (siehe auch hier und hier) des Tschernobyl Forum (bestehend aus WHO, IAEA und UNDP) kommt zum Schluss, dass ca. 4000 Menschen gestorben sind bzw. noch sterben werden.
  • Der TORCH-Report (The Other Report on Chernobyl), der von den europäischen Grünen in Auftrag gegeben wurde kommt zum Schluss, dass es etwa 30.000 bis 60.000 Tote gegeben hat/geben wird.
  • Greenpeace kommt zum Schluss, dass es 93.000 Tote geben wird. Ein anderes mal ist von 200.000 Toten die Rede.

Die ökonomischen Kosten sind noch viel schwieriger zu schätzen. Sie werden auf hunderte Milliarden Dollar geschätzt. Weißrussland schätzt die Kosten z.B. auf $235 Milliarden.

Wie viel Atomkraftwerke würden benötigt, um alle CO2-verursachenden Kraftwerke zu ersetzen? Laut dem Statistical Review of World Energy 2008 von BP (Excel-Datei) wurde 2007 19.894,8 TWh Elektrizität produziert. Weiters wurden 2007 3.134,3TWh durch Wasserkraft und 2.748,9TWh durch Atomkraft produziert, macht also 14.011,6TWh, die größten Teils durch fossile Energieträger produziert wurden.

Laut den Daten der IAEA PRIS (Power Reactor Information System, ich habe die Daten hier aufbereitet) gibt es im zur Zeit 477 ans Stromnetz angeschlossene Atomreaktoren mit einer Nettoleistung von insgesamt 404.206 MW. Wenn man das mit den 14.011,6TWh der BP-Statistik vergleicht ergibt das eine Produktivität von 77%. Um die 14.011,6TWh auch mit Atomenergie herstellen zu können, bräuchten wir also Atomkraftwerke mit einer Leitung von 2.077.269,7MW. Die durchschnittliche Leistung der zur Zeit in Bau befindlichen Reaktoren wird 912,05MW sein, wir würden also noch 2.278 Reaktoren benötigen. Plus der bereits existierenden Reaktoren ergibt das 2755. In einem Jahr würden diese Reaktoren 1.005.575 Reaktorbetriebstage absolvieren.

Alle existierenden Reaktoren haben bisher insgesamt 4.975.386 Betriebstage absolviert (IAEA PRIS Daten). Gehen wir also davon aus, dass es ca. alle 5.000.000 Reaktorbetriebstage zu einem Super-GAU kommt. Angenommen, die durchschnittliche Sicherheit der neuen Reaktoren wäre nicht besser, als die durchschnittliche Sicherheit der alten Reaktoren würde es dann alle 5 Jahre zu einem GAU kommen. Die jährlichen Kosten dafür würden sich jährlich auf 800 (WHO/IAEA) bzw. 6.000-12.000 (TORCH) Menschenleben belaufen. Die ökonomischen Kosten sind schwieriger zu schätzen, aber wenn man pro GAU von mehreren $100 Milliarden ausgeht, kann man bei einem Super-GAU alle 5 Jahre von ca. $100-300 Milliarden pro Jahr ausgehen.

Fazit

Würden alle Kraftwerke, die mit fossilen Energieträgern arbeiten gegen Atomreaktoren ersetzt und geht man von einem GAU alle 5.000.000 Reaktorbetriebstage aus, dann würde es alle 5 Jahre zu einem GAU kommen. Während das deutlich weniger Menschenleben fordern würde als der Klimawandel angeblich fordert, wären die ökonomischen Kosten etwa vergleichbar.

1 Response to “Klimawandel vs. Super-GAU: eine Polemik”


  1. 1 Andy 2. Juni 2009 um 23:37

    Derart logisch kann aber KEIN demokratischer Politiker auftreten, denn Demokratie ist scheinbar Logikresitstent. Wobei ich auch gegen Atomkraft bin, nach wie vor, aber es gibt mittlerweile weit schlauere Lösungen als bloss Windräder….


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