EU Wahlkampf in Österreich

News_CoverZum Verlauf des Wahlkampfs in Österreich möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben. Ganz offensichtlich wurde der Wahlkampf vom FPÖ-Thema dominiert. Nachdem die FPÖ das getan hat, was sie bisher in noch jedem Wahlkampf getan hat – nämlich zu provozieren – dachten sich die Linken plötzlich, dass jetzt ein günstiger Zeitpunkt dazu wäre, eine Kampagne gegen Nationalratspräsident Martin Graf zu starten. Da die FPÖ aufgrund ihrer EU-feindlichen Haltung enorme Mobilisierungsprobleme bei EU-Wahlen hat, gehe ich davon aus, dass das von der FPÖ genau so geplant war. Leider verachten viele Linke die FPÖ dermaßen, dass sie nicht in der Lage sind sich vorzustellen, dass jemand in der FPÖ fähig ist einen klaren Gedanken zu fassen, was dazu führt, dass sie in regelmäßigen Abständen der FPÖ-Strategie auf den Leim gehen. Sinnvoll wäre eine Debatte über die FPÖ-Provokationen nach der EU-Wahl gewesen.

Das wäre alles schon schlimm genug, aber leider ist es so, dass offensichtlich sämtliche Berührungsängste mit dem Nationalsozialismus fallen. Das gilt für beide Seiten: die FPÖ schert sich nimmer darum, dass bei Wahlkampfveranstaltungen der Hitlergruß fällt (z.B. hier), während die FPÖ-Gegner Nazivergleiche vollkommen ungeachtet historischer Realitäten verwenden.

In dem Zusammenhang kann ich speziell Ariel Muzicant, Präsident der iraelitischen Kultusgemeinde, nicht verstehen. Dass er bei seinem Kampf gegen die FPÖ eine Internetseite kellernazisinderfpoe.at verwendet und letztens den FPÖ-Generalsekretät Herbert Kickl mit Goebbels verglich finde ich vollkommen kontraproduktiv und eigentlich auch unverständlich. Jemand, der eine Ahnung davon hat, wer Goebbels war, kann einfach nicht einen FPÖ-Funktionär mit Goebbels vergleichen.

Die FPÖ-Gegner sollten sich jedenfalls bewusst sein, dass der Vergleich von FPÖ-Funktionären mit Nationalsozialisten nicht notwendigerweise zur Dämonisierung der FPÖ führt, sondern genauso zu einer Entdämonisierung der Nationalsozialisten führen kann.

Zum Abschluss möchte ich nochmals kurz Werbung für das Mehrheitswahlrecht machen: damit wäre das leidige FPÖ-Thema erledigt.

0 Responses to “EU Wahlkampf in Österreich”



  1. Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: