Migrationsstatistiken von OECD und eurostat

Für die aktuelle österreichische Diskussion über die Änderungen am Asylrecht ist es interessant, sich die Statistiken, die es von OECD und eurostat dazu gibt anzuschauen und die Zahlen in verschiedenen Ländern zu vergleichen.

OECD

Die OECD führt Statistiken über die Anzahl Asylsuchender, über den Zufluss und Abfluss von Ausländern, die Einbürgerungen und die Anzahl Einwohner, die im Ausland geboren wurden (in einigen weiteren Statistiken sind nur wenig Daten vorhanden).

eurostat

Eurostat führ Statistiken über die Anzahl Asylsuchender, die Anzahl verarbeiteter Asylanträge, die Anzahl abgelehnter Asylanträge, Anzahl Einbürgerungen und Ausländer. Je nach Land unterscheidet sich die Anzahl Asylsuchender in den Statistiken von OECD und eurostat z.T. erheblich (z.B. für die Schweiz sieht die OECD 2006 10.537 Asylsuchende während eurostat nur 8.580 zählt. Die Daten für Österreich und Deutschland von OECD und eurostat sind dafür wieder exakt gleich).

Ich habe alle Statistiken auf die Bevölkerungszahl bezogen (außer die Prozent abgelehnte Asylanträge) und sind meistens pro 1 Million Einwohner (steht jeweils bei der Y-Achse dabei). Für jede Statistik hab ich einmal eine Grafik für die letzten 4 Jahre (meistens 2004-2007) von allen OECD/EU-Länder und einmal eine Grafik der DACH-Länder und einiger anderer interessanter Länder über den gesamten Zeitraum.

Erläuterungen

OECD und eurostat unterscheiden nicht zwischen EU- und Nicht-EU Bürger. Siehe hier für eine genauere Aufteilung der Ausländer vom Jahr 2006. In allen Statistiken (außer bei den im Ausland geborenen Einwohnern) geht es nur um Ausländer, d.h. Emigration ist in dem Fall nur der Wegzug von Ausländern. Die beiden Excel-Dateien, aus denen ich die Diagramme erstellt habe, kann man hier herunterladen.

Anmerkungen (meine Meinung)

Aufgrund der zurückgehenden Geburtenrate in Europa ist Zuwanderung unumgänglich. Außerdem können wir an Ländern wie z.B. den USA sehen, welchen außerordentlichen Gewinn – wirtschaftlich und sozial – Zuwanderung mit sich bringt.

Leider ist es so, dass Zuwanderung in Europa auch viele Probleme verursacht. Ein Teil des Problems scheint mir zu sein, dass man sich aufgrund politischer Korrektheit weigert, sich die Zuwanderer nach wirtschaftlichen Überlegungen auszusuchen. Ein Teilaspekt davon ist das Asylsystem – die Vorstellung, dass man die Anzahl Asylanten pro Jahr mit einer Zahl begrenzt, lässt bei vielen die Schnappatmung einsetzen. Da man in der Realpolitik aber doch irgendwie dafür sorgen muss, dass man nicht von Asylanträgen überrollt wird, hat man ein System der Gängelung eingeführt, das möglichst viele davon abhalten soll einen Asylantrag zu stellen. Das führt – meiner Meinung nach – in der Praxis zu einer Art negativen Auslese: niemand muss sich wundern, dass jemand, der Jahrelang in auf den Abschluss seines Asylverfahrens wartet, während derer er nur als Zeitungsverkäufer arbeiten darf, irgendwann mal kriminell wird.

Hinzu kommt, dass ein Teil der Bevölkerung der irren Annahme verfallen ist, dass die zur Verfügung stehende Arbeit irgendwie konstant ist. Aber da kann sich die Linke selber bei der Nase nehmen: wer nämlich eine Arbeitszeitsenkung als Mittel gegen Arbeitslosigkeit propagiert muss sich nicht wundern, wenn die Menschen dann denken, dass mehr Arbeitskräfte automatisch mehr Arbeitslosigkeit bedeutet.

Anhand der Diagramme sieht man vor allem, dass es in allen Bereichen sehr große Unterschiede in Europa gibt. Gewisse Länder wie z.B. Zypern und Malta haben wegen ihrer exponierten Lage was Asylanträge besonderes „Pech“ – da wird sich vermutlich was ändern müssen (vielleicht eine Art europäisches Asylverfahren).

Der Anteil an abgelehnten Asylanträgen unterscheidet sich auch sehr stark, in Ländern wie Spanien oder Frankreich werden über 90% aller Asylanträge abgelehnt.

Die Anzahl Einbürgerungen sank in Österreich in den letzten Jahren stark, 2004 waren wir noch Europameister, 2007 sind wir nur noch knapp über dem Durchschnitt.

Diagramme

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