Anthropogener Klimawandel und das Ozonloch

In den 70er Jahren tauchten die ersten Vermutungen auf, dass von Menschen erzeugte Chlorverbindungen Ozon in der Stratosphäre zerstören könnte. 1976 berechnete die Akademie der Wissenschaften in den USA, dass dies zu einer Reduktion des Ozons in der Atmosphäre von 5-7% bis 1995 und von 50% bis 2050 führen würde. Daraufhin wurden 1978 FCKWs in Spraydosen von den USA, Kanada und Norwegen verboten. (link)

Der Satellit Nimbus-7 maß seit 1976 die Dicke der Ozonschicht. Die Daten, die der Satellit über die Antarktis lieferte waren aber so niedrig, dass sie als Messfehler angesehen wurden. Erst 1985 wurde eine Studie veröffentlicht, die das Ozonloch über der Antarktis beschrieb, worauf die NASA ihren Fehler bei der Datenauswertung erkannte. (link)

Um die Vergrößerung des Ozonlochs zu bremsen wurde 1987 das Montreal Protocol unterschrieben, das die graduelle Reduktion von FCKWs vorsieht, bis zum vollständigen Verzicht auf diese Verbindungen. Während die Industrie in den 70ern und frühen 80ern Einschränkungen in der Verwendung von FCKWs bekämpften, waren sie spätestens 1987 auch dafür, dass FCKWs durch andere Verbindungen ersetzt werden, was vermutlich auch damit zusammenhing, dass die Patente für die FCKWs gerade ausliefen.

Die Beschreibung der chemischen Vorgänge würde den Umfang dieses Blog Eintrags sprengen. Es wurde jedoch bis vor kurzem angenommen, dass eine chemische Reaktion mit Chlorperoxid (ClOOCl) für 70% des antarktischen Ozonlochs verantwortlich ist (Punkt 7f).

2007 haben Wissenschafter vom CalTec die Photolyse von ClOOCl (das ist die Zerlegung in die Einzelteile mit Hilfe von Licht, das freie Chlor „zerstört“ dann das Ozon) experimentell untersucht und festgestellt, dass der Prozess sechs mal langsamer abläuft als bisher angenommen. Das würde bedeuten, dass die bisherige Begründung für die Existenz des Ozonlochs unvollständig ist, bis zu 60% des „Lochs“ währen nicht mehr erklärbar. (link1, link2(pdf), link3)

2009 veröffentlichten Wissenschafter von der Universität Waterloo in Kanada Daten, die einen Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und dem Ozonloch herstellen. Die Theorie ist, dass die kosmischen Strahlung in den Wintermonaten Energie für chemische Reaktionen der FCKWs liefert. (link)

Ob sich diese neuen Untersuchungen als richtig erweisen oder nicht wird sich zeigen (z.B. hier eine Untersuchung, die zu einem anderen Ergebnis kommt). Es zeigt jedoch eindrücklich, dass es in der Wissenschaft immer wieder neue Erkenntnisse gibt, die schon als unumstößlich erachtete Theorien wieder in Frage stellen. Aussagen wie „the science is settled“ haben deswegen mit Wissenschaft nichts zu tun.

Während die Kosten des Montreal Protokolls sehr begrenzt waren, können die wirtschaftlichen und  sozialen Folgen eines Cap-And-Trade Systems kaum überschätzt werden. Vermutlich sehen die Meisten ein, dass es positiv wäre, wenn wir weniger fossile Energieträger verbrauchen. Es wäre aber Vorteilhaft, wenn man die Probleme mit etwas mehr Bedacht anginge anstatt den Ratschlägen der Klima-Apokalyptikern zu folgen.

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