Opposition zu ObamaCare – Bestandsaufnahme

Nachdem in den deutschen und österreichischen Medien jetzt einige sehr negative Artikel über die Opposition zu Obamas Gesundheitsreform (ObamaCare) erschienen (siehe hier, hier, hier und hier) sind, möchte ich hier einige Fehler, Halbwahrheiten und Einseitigkeiten in diesen Artikeln richtig stellen.

Ich habe vier Blogeinträge über diverse Themen der Gegner von ObamaCare geschrieben:

Dann gibt es noch den Eintrag Das wirkliche Problem von Obama, in dem ich darüber schreibe, warum Obama die Gesundheitsreform nicht einfach von seiner komfortablen Mehrheit im Parlament beschließen lässt.

Einige kleinere Punkte:

Glenn Beck und Internierungslager

Auch diese alte Geschichte wärmt ORF.at wieder auf. Ich hatte vorher schon mal geschrieben, dass Glenn Beck niemals behauptet hat, dass die US-Regierung Internierungslager (sog. FEMA-Camps) baut. Er hat im Gegenteil zusammen mit Popular Mechanics die FEMA Camp als blose Verschwörungstheorie entlarvt.

Glenn Beck und Reparationen

ORF.at schreibt, dass Glenn Beck behauptet, dass Obama die Gesundheitsreform als Wiedergutmachung für die Unterdrückung der Schwarzen sieht. Das stimmt, ist aber eine etwas verkürzte Darstellung.

Es ist so, dass es in den USA eine Diskussion gibt, ob man Schwarzen für die Jahre der Unterdrückung eine Entschädigung zahlen soll. Es werden alle möglichen Argument für und gegen die Wiedergutmachung vorgebracht wie z.B.:

  • Dass es nur ein Versuch ist sich von der Schuld loszukaufen.
  • Es ist absurd, weil wie viel würde jemand mit nur einem schwarzen Elternteil bekommen? Die Hälfte?
  • Wie viel würde jemand bekommen, der zwar schwarz ist, aber nicht von Sklaven abstammt (wie z.B. Obama).
  • Die Schuld wurde bereits erbracht, als 100.000e Menschen im amerikanischen Bürgerkrieg im Kampf gegen die Sklaverei ihr Leben ließen.

Während der Präsidentenwahl wurde natürlich auch Obamas Position dazu ausgelotet. Dieser sprach sich gegen direkte Reparationen aus, sagte aber (die Zitate sind nicht aus einer Rede und auch eventuell nicht in der Reihenfolge):

I have said in the past – and I’ll repeat again – that the best reparations we can provide are good schools in the inner city and jobs for people who are unemployed.

[…]

I fear that reparations would be an excuse for some to say, ‚We’ve paid our debt,‘ and to avoid the much harder work.

[…]

If we have a program, for example, of universal health care, that will disproportionately affect people of color, because they’re disproportionately uninsured. If we’ve got an agenda that says every child in America should get _ should be able to go to college, regardless of income, that will disproportionately affect people of color, because it’s oftentimes our children who can’t afford to go to college.

Ich denke in dem Zusammenhang wird Becks Aussage verständlicher.

1 Response to “Opposition zu ObamaCare – Bestandsaufnahme”


  1. 1 Daniel 23. August 2009 um 16:11

    Danke, das ist eine schöne Serie, aber leider wird das an den ignoranten Medienberichten hier wenig ändern. Es ist schon beschämend, wie platt und uninformiert die Journalisten hier schreiben …


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