Doch kein Peak Oil?

Auch wenn das die linken und grünen Freunde nicht glauben wollen: die Marktwirtschaft funktioniert! Die hohen Rohölpreise vom letzten Jahr haben die Ölindustrie dazu veranlasst ein bisschen genauer hin zuschauen und an neuen Orten nach Öl zu suchen, in denen die Ölförderung bisher als zu teuer galt. Das Ergebnis sind Funde in gigantischem Ausmaß – im Golf von Mexiko, vor der Küste von Sierra Leone und in Brasilien. Und das ist noch längst nicht das Ende: so werden z.B. an 30 Stellen vor der Küste Westafrikas große Erdöl- und Gasvorkommen vermutet.

Außerdem hat die Theorie, dass Erdöl eventuell auch durch einen nicht biologischen Prozess entstehen könnte neuen Auftrieb erhalten. Einen Wissenschaftlerteam ist es gelungen unter simulierten Bedingungen, wie sie im Erdmantel herrschen können aus Methan Hydrokarbonate herzustellen. Siehe dazu auch hier.

7 Responses to “Doch kein Peak Oil?”


  1. 1 saginit 18. September 2009 um 7:52

    die größe der funde geht seit den 80ern (egentlich seit den 60ern) laufend zurück. jeder fund (selbst wenn er nur für wenige monate den weltweiten bedarf denken würde wie dieser aktuelle) wird in den medien als „gigantisch“ definiert um zu beruhigen und die aktionäre bei laune zu halten…
    für 4 verbrauchte mengeneinheiten wird nur mehr 1 (ein) neuer gefunden.

    ganz abgesehen davon dass vor kurzem bestandteile im erdöl gefunden wurden die ausschließlich organischen ursprunges sein können – und abgesehen davon dass die abiotische theorie wohl eher einem wunschdenken entspringt als geologischen tatsachen:

    angenommen die abiotische theorie würde stimmen – sie hätte erst dann einen einfluss auf das fördermaximum (peak oil) wenn gleich schnell öl „nachwachsen“ würde wie es verbraucht wird.
    nicht nur das!!!
    es müsste immer schneller öl „nachwachsen“ um einen steigenden bedarf zu decken. da ölfelder aber definitiv zur neige gehen geschieht genau das offensichtlich nicht.

    mit anderen worten : wie erdöl entsteht oder entstanden ist hat nicht den geringsten einfluss auf peak oil.

    deshalb bitte ich sie darum sich zuerst mit den grundlagen auseinander zu setzen bevor sie mit falschmeldungen falsche hoffnungen wecken und so die unumgängliche schaffung von „erneuerbaren“ verzögern oder gar verhindern !!!

    danke.

  2. 2 Bernd1964 18. September 2009 um 9:19

    So ‚gigantisch‘ ist der neue Fund nicht, er ist kein zweites Saudi Arabien, sondern langt von seinem Gesamt-Volumen her die Menschheit bei gegenwärtigen Verbrauch für ca. 2 Wochen mit Erdöl zu versorgen (bei 80 Millionen Barrel pro Tag). Außerdem liegt er sehr tief im Erdreich, so dass seine Förderung erhebliche Mengen an Energie verbrauchen wird und deshalb sein EROEI (Energy Return on Energy Investment) erheblich schlechter ist als in den alten Feldern.

    Um den seit etwa 6 Jahrzehnten gewohnten exponentiellen Wachstumskurs der globalen Ökonomie aufrecht zu erhalten, wären aber 4 bis 6 neue Erdölfelder von der Produktionskraft Saudi Arabiens bis 2030 notwendig. Und die Depletion an Erdöl schreitet in den alten Förderregionen rasch voran (6-12 % pro Jahr!).

    Die Menschheit verbraucht heute durch den massiven Einsatz von fossilen Energieträgern innerhalb weniger Jahrzehnte ein Volumen an Energie, das Jahrmillionen für seine natürliche geologische Formierung in der der Natur benötigte. Die Vorstellung die Natur könnte diese riesigen Mengen an Energieträgern für ein weiteres exponentielles Wachstum der Industriegesellschaft innerhalb kurzer Zeit nach-produzieren ist deshalb falsch.

    Unsere Zivilisation ist in geologischen Zeiträumen gedacht nichts mehr als eine Eintagsfliege und sie prosperiert nur aufgrund eines uralten fossilen geologischen Erbes an Energie. Wenn dieses eines Tages verbraucht ist, wird ihr Ende unweigerlich und schnell kommen.

    Das Ende des modernen Industriezeitalters beginnt früh im nächsten Jahrzehnt und wird bereits um das Jahr 2025 abgeschlossen sein. Das von den Eigenschaften des Erdöls und anderer fossiler Ressourcen angetriebene Industriezeitalter wird damit eine Gesamt-Lebensdauer von unter 100 Jahren gehabt haben (1930 bis 2025).

  3. 3 Michael 18. September 2009 um 10:01

    Die Überschrift des Artikels ist natürlich etwas provokativ und bedeutet auch nicht, dass es unbegrenzt Öl gibt. Was es aber bedeutet ist, dass die Vorstellung, dass es ab jetzt bergab geht nicht unbedingt stimmt.

    Mit der Technologie der 60er oder 70er Jahre wären die Erdölreserven vermutlich heute schon zu Ende. Durch immer ausgefeiltere Verfahren und den steigenden Ölpreis kann aber an immer abgelegeneren Orten Öl gefördert werden und Öl auch aus ungünstigeren Medien – wie z.B. Ölsand, der angeblich ca. 2/3 aller weltweiten Erdölvorkommen ausmacht – gewonnen werden. Schlussendlich gibt es immer noch die Möglichkeit aus Kohle Öl zu produzieren. Gleichzeitig werden bei steigenden Ölpreisen auch Alternativen zu Öl – wie z.B. Nukleartechnologie und erneuerbare Energien attraktiver.

    Wenn also Adam Sieminski von der Deutschen Bank sagt, dass die Theorie hinter „Peak Oil“ falsch ist, dann meint er nicht, dass es unbegrenzt Öl gibt, sondern dass die Marktwirtschaft durch das System von Angebot und Nachfrage dafür sorgt, dass es so was wie Peak Oil nicht gibt.

    Die Theorie von Grünen, dass es irgendwann nicht mehr genug Öl gibt und deswegen alles zusammenbrechen wird, basiert auf einem grundlegend falschem Verständnis der Funktionen des Marktes.

  4. 4 saginit 18. September 2009 um 11:03

    ölsande und ölschiefer (beinhalten alle übrigens kein „öl“) können nie ein ersatz sein.
    ölschieferabbau wird im tagebau betrieben.
    um eine tonne rohöl (muss danach erst noch raffiniert werden) zu gewinnen sind 4 bis 6 tonnen wasser nötig die als lauge in einem see „endgelagert“ werden müssen. alleine der wasserbedarf begrenzt schon die abbaumenge und geschwindigkeit.
    wenn daraus z.b. nur 5% der weltbedarfs an öl gewonnen werden sollen würde TÄGLICH ein abraum in der größe von 4 cheopspyramiden entstehen.
    das alles ist nicht machbar.
    die gesetze des marktes haben nur mehr minmalen einfluss auf eine weitere erhöhung der förderung.
    womit wir es jetzt zu tun haben sind gesetze der physik und der geologie – die kann man nicht an der börse manipulieren😉

    der erntefaktor (siehe EROEI) ist trotz (oder durch) die besser werdenende technologie derart schlecht (niedrig) geworden dass uns wahrscheinlich ab 2020 keine nettoenergie aus erdöl mehr zur verfügung stehen wird.
    dagegen kann auch die unsichtbarste hand des marktes nichts mehr ausrichten…

  5. 5 georg 21. September 2009 um 18:46

    Nichts verstanden…
    Hört sich an wie neoliberaler hurrapatriotismus..

  6. 6 georg 21. September 2009 um 19:09

    UND NOCH WAS
    The oil scene

    Many were stunned this year to witness the parabolic rise and fall of oil prices up to nearly $150 and then back around $36 by Christmas time. Quite a ride. I said in The Long Emergency that volatility would be the hallmark of post peak oil because it was obvious that advanced economies could not absorb super high prices and would crash in response; that at some point after crashing, these economies would respond to the new lower oil price, resume their cheap oil habits, and build to another price rise. . . and crash again. . . in a declension of ever-lower industrial activity.
    What I probably didn’t realize at the time was how destructive this cycling between low-high-and-low oil prices would actually be in the first instance of it, and what a toll it would take right off the bat. We can see now that our first journey through the cycle took out the most fragile of the complex systems we depend on: capital finance. As a result, a huge amount of capital (say $14 trillion) has evaporated out of the system, never to be seen again (and never to be deployed for productive purposes). It will be harder for the USA to rebound from the grievous injury to this crucial part of the overall system, and Europe has foundered similarly — though the European nations are not burdened to the same degree by the awful liabilities of suburbia.
    Even if these advanced economies — throw in Japan too — remain moribund, the price and supply prospects for oil look ominous. My own guess is that the price of oil has overshot on the low end just as it overshot on the high end, and that, when all is said and done, we’ll still see an upwardly trending price line over the long haul. The plunge, which began right after the $147 peak in July 2008, was as much the result of banks, hedge funds, and individuals dumping oil investments and positions to raise cash as it was a matter of the markets predicting a sharp fall-off in economic activity (and supposedly oil consumption). The truth is that demand destruction for oil in the USA has been surprising mild compared to the drop in price. Jim Hansen’s Master Resource Report says that gasoline consumption dropped from 9.29 million barrels a day in 2007 to 8.99 million barrels a day for 2008. That’s not much of a fall-off, especially compared to the price drop.
    As Julian Darley of the Post Carbon Institute put it recently: „There won’t be any energy bail-out.“ And, as many other people have noted, the recent plunge in oil prices strongly implies future supply destruction, since so many planned oil projects have been suspended or cancelled because they are economic losers at $40-a-barrel (or even $70). Even projects well underway, such as Canadian tar sand production, have been scaled back or shut down because they don’t make sense at current prices. Some of these other newer projects will now never get underway — they have missed their window of opportunity with so much capital leaving the system — and so the hope of offsetting very-near-future depletions in old giant oil fields looks dimmer and dimmer.
    Those depletions are very serious. For instance, Mexico’s super-giant Cantarell oil field, the second-largest ever discovered after Saudi Arabia’s Ghawar field, has shown a 30 percent depletion rate in the past year alone. (Pemex had forecast a 15 percent rate entering the year.) Cantarell provides over 60 percent of Mexico’s total production, and Mexico is America’s third largest source of imports — just after Saudi Arabia (#2) and Canada (#1). Obviously, Mexico soon will lose its ability to export oil, and as that occurs, America is going to feel more than pinch — more like a two-by-four upside the head. In short, remorseless depletion is underway and we are less likely now than even a year ago, to make up for it.
    At some point, then, demand, even if slightly lower, will catch up with declining supply. My prediction for 2009 is that we will see two things occur, possibly at the same time: a resumption of rising prices, and spot shortages. I say this because the global economic fiasco is sure to produce geopolitical friction, and inasmuch as America has to import almost three-quarters of the oil we use, the prospect for trouble is great.
    The tragic part of all this, of course, is that the temporary plunge in oil prices has prompted an incurious American public to assume, once again, that the global oil predicament is some kind of a fraud. Given the flood tide of fraud they have been subject to in banking and investment matters, I suppose you can’t blame them from thinking that everything is some kind of a scam. Given feeble car sales this season, there are reports that an increasing percentage of those sold now are are trucks and SUVs.
    Though I give Boone Pickens high marks for stepping up to the leadership plate, I’m not altogether on board with his energy proposal for swapping natural gas for gasoline in motor fuels while we swap out wind power for natural gas in electric power generation. I don’t believe that the ballyhooed shale-gas-plays of the last few years will prove-out long-term, as some huckster’s claim. They are expensive to drill and run, and they all tend to deplete very quickly — around one year. I’m not convinced we have the capital or the resources even to come up with the steel necessary to drill for it. Anyway, the last thing we need is a way to prolong our car-dependency.
    In the meantime, there are still those who hope (as described above) that various alt.energy systems will insure the continuation of Happy Motoring. This is an idle hope, and 2009 will be very sobering for those who imagine that hybrid cars, or electric cars, or „air“ cars, or natural gas cars, or any other kind of car technology will save the day. Even if President Obama mounts an „infrastructure stimulus“ program, it will not keep up with all the necessary routine road repair that our highway system requires. The extreme financial hardship faced by localities and states insures that they will have to postpone a lot of expensive highway maintenance — even if the federal government fixes a big bunch of bridges and tunnels — and so we face the interesting prospect that our roadway systems will enter their own deadly zone of systemic failure even before the whole car issue is settled.
    I am waiting to see whether Mr. Obama will undertake a restoration of passenger railroad service. I’ve said enough about this in the past, but it’s worth reiterating that a failure to get comprehensive passenger rail service going will be a sign of how fundamentally unserious we are as a nation.

    HIER DER LINK
    http://www.kunstler.com/Mags_Forecast2009.html

  7. 7 dieter 25. September 2009 um 19:48

    Die Theorie von Grünen, dass es irgendwann nicht mehr genug Öl gibt und deswegen alles zusammenbrechen wird, basiert auf einem grundlegend falschem Verständnis der Funktionen des Marktes.

    Die meisten Grünen akzeptieren oder kennen doch Peak-Öl gar nicht. Peak-Öl stellt nämlich auch die Klima-Prognosen und die Notwendigkeit für Klima-Aktionismus in Frage.

    Den Markt haben weder diejenigen verstanden, die den Untergang der Industrialisierung sehen, noch diejenigen, die glauben, dass Peak-Öl überhaupt keine Veränderungen bringen wird.

    Es ist durchaus plausibel, dass es niemals einen guten Ersatz für billiges Öl geben wird und dass sich daher der Individualverkehr und unsere Siedlungsgewohnheiten graduell aber langfristig beträchtlich ändern werden. Öl aus Kohle kann man machen, ist aber viel teurer, sonst würde man es heute schon tun.


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