SuperFreakonomics und der Klimawandel

2005 veröffentlichte Steven Levitt, Ökonom an der Universität Chicago und Stephen Dubner, Journalist der New York Times das Buch Freakonomics. In dem Buch werden erstaunliche ökonomische Zusammenhänge für einfach Verständlich und sehr kurzweilig erklärt, z.B. wird der Frage nachgegangen, warum die meisten Drogendealer noch bei ihrer Mutter wohnen, ob Namensgebung die Karriere beeinflusst oder ob Revolver oder Swimmingpools gefährlicher sind usw..

Eine Kontroverse hat dabei die Hypothese von Levitt ausgelöst, dass der Grund für den starken Rückgang der Kriminalität in den USA der 90er die Ursache in der Liberalisierung der Abtreibung in den 70er hatte. Ich kann dieses Buch nur empfehlen – ich kann garantieren dass für jeden zumindest ein Kapitel dabei ist, bei dem die eigenen Vorurteile herausgefordert werden.

In ein paar Tagen (bzw. bei uns am 1. November) kommt nun unter dem Namen SuperFreakonomics:Global Cooling, Patriotic Prostitutes, and Why Suicide Bombers Should Buy Life Insurance die Fortsetzung heraus. Dieses mal hat das Buch bereits eine Kontroverse ausgelöst, bevor es überhaupt veröffentlicht wurde.

Es geht um den Klimawandel. Während Levitt den athropogenen Klimawandel nicht abstreitet, denkt er, dass die Versuche, den CO2-Ausstoß zu Verringern nicht funktionieren können und macht sich deswegen auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten den Klimawandel aufzuhalten. Das Kapitel kann man sich mittlerweile als PDF besorgen.

Joe Romm, früher in der Clinton-Administration tätig und jetzt u.A. Blogger von Climate Progress hat das herausgefunden und ist fuchsteufelswild. Diese Nachricht hat sich schnell verbreitet und taucht nun überall auf, z.B. in der Huffington Post oder Paul Krugman. Levitt und Dubner haben mittlerweile auf ihrem Blog geantwortet.

Es scheint so, dass Levitt und Dubner einerseits einige Ungenauigkeiten in ihrem Kapitel haben, andererseits sind sind etliche der Entgegnungen auch ziemlich daneben. Joe Romm ist sowieso nicht als besonders zimperlich bekannt – so hat er z.B. der Brückeneinsturz 2007 in Minneapolis mit 13 Toten mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Auch jetzt ist sein Verhalten – wenn man dem Artikel von Levitt/Dubner glaubt – ziemlich daneben.

Aber auch wenn man sich die Korrekturen von Brad DeLong anschaut, dann weiß man nicht, ob das jetzt die bessere Argumentation ist. Während Levitt/Dubner schreiben:

When it comes to actually solving climate change externalities through taxes, all we can say is good luck…. [G]reenhouse gases do not adhere to national boundaries…. Nor does one nation have the right to tell another what to do.

schreibt DeLong:

But if the big four–U.S., EU, China, and India–of 2050 do agree, they then have the cultural, economic, diplomatic, and ultimately military power to coerce the rest of the world. Reaching global agreement is a very reasonable prospect.

Würden die Klimaschützer das wirklich wollen – Klimaschutz militärisch durchgesetzt?

Hier noch der Trailer zum neuen Buch SuperFreakonomics:

1 Response to “SuperFreakonomics und der Klimawandel”



  1. 1 Superfreakonomics - Nichts ist so wie es scheint Trackback zu 19. April 2010 um 14:07

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