ORF.at und Michele Bachmann

Der ORF.at stellt uns heute die republikanische Kongressabgeordnete Michele Bachmann vor. Der Artikel trieft förmlich vor aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, groben Vereinfachungen und Unwahrheiten.

Gefährlich und Bewaffnet

Im März sagte Bachmann, gegen eine Energiesteuer sollten die Bürger kämpfen, und dafür müsste man gefährlich und bewaffnet sein. Erst auf Nachfrage meinte sie, das sei metaphorisch gemeint gewesen, man müsse mit Wissen bewaffnet sein.

Der Artikel von ORF.at bezieht sich dabei auf etwas, das Bachmann am 21.3.2009 in der Radiosendung NARN (Northern Alliance Radio Network – eine Radiosendung von konservativen Bloggern) gesagt hat. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass das nicht wörtlich gemeint war (die Stelle ist bei 11:40):

Aber es ist natürlich für den ORF viel einfacher und billiger von linken Blogs abzuschreiben als die Wahrheit zu recherchieren.

Harmloses CO2

Ihre Aussage, dass CO2 harmlos ist, muss man unter dem speziellen Gesichtspunkt der amerikanischen Innenpolitik sehen. Einige Demokraten (u.A. Obama) wollen ein Cap-And-Trade Gesetz, haben aber ein großes Problem, die dafür nötigen Mehrheiten im Parlament zu beschaffen. Es gibt aber bereits ein Gesetz – den Clean Air Act. Wenn es dem Umweltministerium (EPA) nun gelingt, CO2 (und andere Treibhausgase) als gefährliche Luftverschmutzung in den Clean Air Act aufzunehmen, könnte die Regierung eventuell unter Umgehung des Parlaments Cap-And-Trade (oder etwas ähnliches) einführen (siehe dazu Proposed Endangerment and Cause or Contribute Findings for Greenhouse Gases under the Clean Air Act).

Glühbirnen

Das Besondere an Bachmanns Gesetzesvorlage ist der Name: Light Bulb Freedom of Choice Act. Es gibt nämlich noch einen Freedom of Choice Act, das ist ein Gesetz, das sämtliche Restriktionen der Bundesstaaten bezüglich Abtreibung verbieten soll.

AmeriCorps

Obama sagte während des Wahlkampfs:

We cannot continue to rely only on our military in order to achieve the national-security objectives we’ve set. We’ve got to have a civilian national-security force that’s just as powerful, just as strong, just as well funded.

Es ist natürlich klar, dass das nur Wahlkampfgeschwätz war. Aber ich möchte mal hören, was die Linke dazu gesagt hätte, wenn z.B. George Bush angekündigt hätte, er wolle eine zivile Streitkraft, die Aufgaben der nationalen Sicherheit übernimmt und finanziell genauso gut ausgestattet ist wie das Militär ($500 Milliarden also).

Kleinigkeiten

Michelle Malkin ist keine Fox Modaratorin. Die wird zwar manchmal Interviewt, aber natürlich auch von anderen Sendern.

Und dass „liberal“ in den USA was anderes bedeutet als „liberal“ bei uns hat der ORF-Autor anscheinend auch noch nicht begriffen.

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