Anmerkung zu Flash-Spielen

Die steirische FPÖ hat das grausige Flash-Spiel „Moschee Baba“ veröffentlicht, auf dem man Minarette und Muezine mit STOPP-Schildern abschießen kann. Das Spiel musste auf Anordnung der Staatsanwaltschaft entfernt werden, tauchte am folgenden Tag aber auf der angeblichen Neonazi-Seite alpen-donau.info wieder auf (ist mittlerweile auch dort verschwunden).

Nun ist die Aufregung ziemlich groß: die FPÖ hätte das Spiel an die angeblichen Neonazis von alpen-donau.info weitergegeben. Der Klubjurist der steirischen Grünen verkündet:

Entweder das Spiel wurde weitergegeben, um die einstweilige Verfügung zu umgehen, oder die Seite wurde gehackt.

Nun hätte man bei so einem Thema vielleicht besser einen Informatiker gefragt und nicht einen Juristen. Tatsache ist nämlich, dass Flash Programme auf dem Client ausgeführt werden und dazu natürlich zuerst auf den Client geladen werden. Es ist also überhaupt gar nicht notwendig einen Server zu hacken.

Die einzige Hürde, die man nehmen muss um das Spiel in einem Verzeichnis speichern zu können ist das Herausfinden der URL. Dazu gibt es unzählige Möglichkeiten, wobei ich mich dafür entschieden habe Wireshark zu verwenden, mit dem man auch gleich raus finden kann, ob das Flash-Spiel noch mehr vom Server nachlädt. Es stellt sich dann heraus, dass das Spiel unter http://www.alpen-donau.info/Moschee-Baba/Moschee_baba.swf (ist jetzt nicht mehr verfügbar) gefunden werden kann. In dieser Datei ist das gesamte Spiel gespeichert.

Gleichzeitig zeigt die Ausgabe von Wireshark an, dass das Flash-Spiel versucht auf die URL http://www.alpen-donau.info/Moschee-Baba/service/saveStartGame.php zuzugreifen. alpen-donau.info verfügt aber anscheinend nicht über dieses PHP-Skript. PHP Skripte werden im Gegensatz zu Flash-Programmen auf dem Server ausgeführt und können somit nicht einfach heruntergeladen werden.

PS: Das mir wegen der ganzen Klagen und Verfügungen jetzt mulmig geworden ist: Ob alpen-donau.info Neonazis sind oder nicht kann und will ich nicht beurteilen.

2 Responses to “Anmerkung zu Flash-Spielen”


  1. 1 Thumbsucker 6. September 2010 um 20:51

    Besonders gefällt mir der Vergleich, den Alpen-Donau Info zwischen diesem hirnlosen Spiel und „dem Einsatz von Games als Lerninstrument“ zieht.

    Die meinen das vermutlich noch nicht mal ironisch, das lässt einigen Rückschlüsse auf den Intellekt des Autoren zu.

  2. 2 Qualcuno 6. September 2010 um 21:16

    Wenn das die Österreichische Vorstellung von Demokratie
    ist, dass man wegen so einem lauen Schaas,

    sogar als Parlamentarier ausgeliefert wird, dann suche ich um Asyl in der Schweiz an, und bereit mich ernsthaft auf den dortigen Einbürgerungstest vor:
    http://irgendwer.podspot.de/post/schweizermacher/


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