Archiv für März 2010

ORF verlegt Synagoge auf den Tempelberg

Die Hamas hat am 16.3.2010 zum Tag des Zorns aufgerufen, um gegen die Wiedereröffnung einer Synagoge zu protestieren. Die Berichterstattung des ORF dazu:

Die Synagoge um die es hier geht ist die Hurva Synagoge, die 1948 während des israelischen Unabhängigkeitskrieg von der jordanischen Armee gesprengt wurde. Die Behauptung des ORF, dass sich die Synagoge auf dem Tempelberg befindet ist natürlich falsch. Nicht nur befindet sich die Hurva-Synagoge nicht auf dem Tempelberg, der Bau einer Synagoge (oder eines Tempels) auf dem Tempelberg widerspricht der jüdischen Religion, da nur der Messias den Tempel wieder aufbauen darf.

Wie aber kommt der ORF zu dieser Falschmeldung?

Die Aussage, dass Israel die Al-Aksa Moschee auf dem Tempelberg zerstören will gehört zum Standardrepertoire palästinensischer Propaganda. Auch anlässlich der Eröffnung der Hurva Synagoge verkündete ein Vertreter der Fatah, dass die Palästinenser bei der Al-Aksa Moschee zusammentreffen sollen, um sie zu retten.

Beim ORF hat man daraus wohl abgeleitet, dass die Hurva Synagoge in unmittelbarer Nähe zur Al-Aksa Moschee stehen muss – also auf dem Tempelberg. Und wo ist die Synagoge wirklich?

Die beiden Gebäude sind etwa 400m voneinander Entfernt.

(h/t)

Advertisements

Spekulanten, Zocker und Heuschrecken

Die Spekulanten, Zocker und Heuschrecken sind wieder los. Vor ein einer Woche haben sie den Euro ins Visier genommen und jetzt plötzlich auch noch das britische Pfund. So zerstörerisch ist ihr Wirken, dass Jean-Claude Juncker schon mal die Folterwerkzeuge hervorholen will. Frankreichs Finanzministerin will die Credit Default Swaps verbieten mit denen sich die Käufer von Staatsschulden gegen den Staatsbankrott absichern und der Chef der CSU-Fraktion im Europaparlament will allen an den Währungsspekulationen beteiligten Banken gleich die Lizenz wegnehmen.

Es ist also ein sehr dringendes Problem. Wie dringend es ist und wie sich die zerstörerische Wirkung der spekulierenden Zocker entfaltet kann man natürlich am Wechselkurs ablesen:


Man sieht: genau gar nichts. Und selbst wenn es zu einer Änderung des Wechselkurses kommt, dann wird diese ja nicht von den Spekulanten verursacht. Die Ursache ist die wirtschaftliche Situation in den jeweiligen Ländern.

Hier der historische Wechselkurs von Euro und britischem Pfund gegenüber dem Dollar (Achtung: zwei verschiedene Y-Achsen):

EU-Parlament und Goldstone

Am 10.3. hat das EU-Parlament über den Entschließungsantrag RC-B7-0136/2010 – „Entschließung des Europäischen Parlaments zur Umsetzung der Goldstone-Empfehlungen zu Israel/Palästina“ abgestimmt. Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Und das obwohl die meisten europäischen Ländern in der UNO gegen diesen Bericht gestimmt haben (mit der Ausnahme von Irland, Schweiz und Zypern).

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass in jedem militärischen Konflikt – speziell wenn er in einem dicht besiedelten Gebiet ausgetragen wird – es eine gewisse Anzahl ziviler Opfer geben wird. Würde es nach dem Goldstone Bericht gehen, wäre es für Israel praktisch unmöglich militärisch gegen palästinensische Terroristen vorzugehen. Wer aber auf einen Rückzug Israels aus dem Westjordanland hofft, der muss sich auch darüber im klaren sein, dass Israel dann die Möglichkeit haben muss hart auf Raketenangriffe von dort zu reagieren. Speziell deswegen, weil sehr dicht besiedelte Gebiete – wie z.B. Tel Aviv – dann in Reichweite palästinensischer Raketen kommen.

Wie hat nun das Parlament abgestimmt? Die einzigen Fraktionen, die in größerem Ausmaß nicht für den Entschließungsantrag gestimmt haben sind die Liberalen (ALDE) und die Linken (Confederal Group of the European United Left – Nordic Green Left). Freilich aus vollkommen verschiedenen Gründen, für die Linken war der Antrag nicht ausreichend (siehe Antrag der Linken B7-0146/2010).

Hier ist eine Karte, die zeigt wie die verschiedenen europäischen Staaten und die politischen Gruppen abgestimmt haben:

Video: Oscar Template

(www.britanick.com)