Archiv für Dezember 2009

Real existierender Sozialismus

Ich werde die nächsten 2 Wochen die Vorzüge des real existierenden Sozialismus in Kuba genießen dürfen.

Video: Captain Kirk und Rush Limbaugh

Der Österreichische Rundfunk

Wie verblödet der ORF ist, kann man hier bestaunen:

Mit dem „Krieg gegen den Terror“ hat der ehemalige US-Präsident Bush auf die Anschläge vom 11. September 2001 reagiert. Dieses Datum prägte die erste Dekade nach der Jahrtausendwende. Auf den Krieg in Afghanistan und im Irak reagierte das Terrornetzwerk Al-Kaida mit verheerenden Anschlägen in Mumbai, London und Madrid. Europa und die USA verschärften die Anti-Terror-Gesetze, die Datenschützer bis heute beschäftigen. Die Konflikte aber halten an. Nicht einmal Friedensnobelpreisträger Obama kann die Gewaltspirale stoppen.

Uni-Besetzer

Die Besetzer scheinen ein kleines Personalproblem zu haben:

Der Unmut der Besetzer hatte sich kurz vor Weihnachten daran entzündet, dass die eigentlich „besetzte“ Aula mangels Anwesenheit der studentischen Protestierer geschlossen wurde.

Obwohl die Besetzer ganz offensichtlich weder demokratische Legitimität haben noch in sonst irgendeiner Position sind, in der sie Forderungen stellen könnten, muss sofort nachgegeben werden:

Am Sonntagvormittag waren noch drei Besetzer an der Akademie verblieben. Laut einer Sprecherin der Akademie dürfen sie diese weiter nutzen, der Portiersdienst der Uni wurde für die Feiertage verstärkt.

In Österreich hat sich eine Kultur des Nachgebens breit gemacht. Ganz egal, ob das jetzt 3 protestierende Studenten sind, oder Forderungen von Personalvertretern (Ärzte, Lehrer usw.). Man kann einfach nur hoffen, dass Österreich nie ein echtes Problem – z.B. mit islamischen Terroristen oder mit marodierenden Neonazis – bekommt.

Detroit

Detroit – das Zentrum der amerikanischen Autoindustrie – war mal die wohlhabendste Stadt in den USA. Und so schaut es heutzutage dort aus:

Siehe auch Fotostrecke hier.

Climategate: Videos

Susan Watts von BBC’s Newsnight schaut sich zusammen mit dem Software Entwickler John Graham-Cumming den Source Code an, der zusammen mit den Mails veröffentlicht wurde. Er kommt zum Schluss, dass die Qualität des Codes nicht dem entspricht, was man erwarten könnte – speziell wenn man bedenkt, was hier alles auf dem Spiel steht. In seinem Blog gibt er genauere Erklärungen zu den Fehlern, die er im Source Code entdeckt hat und stellt auch ein eigenes Programm vor:

Rex Murphy von CBC News in The National über Climategate:

Wolf Blitzer von CNN im Situation Room interviewt Gavin Schmidt, der am NASA GISS über den Klimawandel forscht und einer der Betreiber des Blogs realclimate.org ist und John Christy, der an der Universität von Alabama Temperaturmessungen mit Satelliten vornimmt (UAH Temperature Data). John Christy bestreitet nicht, dass der Mensch einen Einfluss auf das Klima hat, kritisiert aber die Weltuntergangsprophetik von vielen Klimawissenschaftlern.

Der Journalist Phelim McAleer (u.A. Regisseur von Not Evil, Just Wrong, einer Dokumentation über Al Gores An Inconvenient Truth) stellt dem Klimatologen Stephen Schneider in einer Pressekonferenz während der Tagung in Copenhagen eine Frage über das Climategate. Als er sich wieder anstellt um eine zweite Frage zu stellen, wird er von einem Sicherheitsbeamten des Raums verwiesen.

Ein BBC Interview mit Andrew Watson, Professor an der University of East Anglia (zu der auch die CRU gehört) und Marc Morano, einem Klima-Skeptiker und ehemaligem Vorsitzenden des Umweltausschuss im US-Senat. Ganz am Schluss des Interviews sagt Watson – eventuell im Glauben, dass die Mikrofone schon ausgeschaltet sind – „Was für ein A-loch“:

Ein Interview auf AccuWeather mit Michael Mann – Empfänger und Autor vieler der Climategate-EMails –  über Climategate:

Climategate: Der Trick mit dem Hockey Stick

Am 16.11.1999 schreibt Phil Jones von der CRU (Climatic Research Unit der Universität von East Anglia) ein Mail an Michael Mann, Malcolm Hughes und Tim Osborn (Datei 942777075.txt im Climategate-Archiv):

I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) amd from 1961 for Keith’s to hide the decline.

Was ist das für ein Trick und was ist mit „hide the decline“ gemeint?

Climate Proxies

Wenn man was über das Klima wissen will, sollte man Temperaturdaten von einem möglichst langen Zeitraum haben. Das dumme ist nur, dass vor 500 Jahren noch niemand ein Temperatur abgelesen hat (verlässliche Temperaturaufzeichnungen existieren seit ca. 1850). Deswegen wird die Temperatur mit Hilfe von Climate Proxies geschätzt.

Einer dieser Climate Proxies sind die Jahresringe der Bäume. Ein dickerer Jahresring lässt auf bessere Wachstumsbedingungen schließen, also höhere Temperaturen. Neben der Dicke der Jahresringe kann auch deren Dichte gemessen werden (MXD – Maximum Latewood Density).

Michael Mann veröffentlichte 1998 im Nature den Artikel Global-Scale Temperature Patterns and Climate Forcing Over the Past Six Centuries, in dem er die berühmte Hockey Stick-Kurve vorstellte. Diese Kurve sollte eine der bekanntesten Illustrationen des Klimawandels werden. Die zentrale Aussage ist: es war in den letzten 1000 Jahren niemals so warm wie heute. Sie taucht u.A. auch in den IPCC Reports auf, im IPCC Report von 2001 ist es die Abbildung 2.21 (Kapitel 2, Seite 134).

Die Hockeystick Kurve zeigt die Abweichung der Temperatur von der mittleren Temperatur zwischen 1961 und 1990. Die schwarze, grüne, violette und blaue Kurve zeigen verschiedene Rekonstruktionen, die rote Kurve zeigt gemessene Temperaturen (seit 1850). Wenn man sich die Kurven genau anschaut, sieht man, dass die Kurven der Climate Proxies 1960 aufhören. Aber warum – gibt es nach 1960 keine Climate Proxies mehr?

Hockey Stick mit Decline

Im CRU-Archiv gibt es ein Mail vom 15.1.2008 (1200426564.txt), in dem auf einen Link mit den Daten verwiesen wird, der immer noch aktiv ist. Die Rekonstruktion von Mann (schwarze und violette Linie) geht dort bis 1980, die von Keith Briffa (grüne Linie) bis 1993. Die dritte Grafik in der Galerie zeigt die Hockey Stick Kurve mit den Climate Proxies bis ans Ende gezeichnet.

Wie man sieht, fällt die Kurve von Briffa nach 1960 plötzlich stark ab. Dieses Phänomen ist in der Dendroklimatologie als Divergence Problem bekannt. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt, aber irgendwie ist es klar, dass Bäume nun mal keine Thermometer sind und deren Wachstum von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, u.A. vom Niederschlag. Außerdem wachsen Bäume im Winter gar nicht, es ist für die Baumringe vollkommen egal, ob es im Winter -40°C hat oder -1°C.

Wenn dieses Divergenz Problem aber im 20. Jhdt. auftritt, gibt es überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass das nicht vorher auch schon mal der Fall war und somit erscheint die zentrale Aussage der Hockeystick-Kurve – also dass es in den letzten 1000 Jahren niemals so warm war wie heute – etwas wacklig. Außerdem ist es eigentlich durch Funde klar, dass es vor nicht allzu langer Zeit deutlich wärmer war als vor ein paar Jahrzehnten. So kann man z.B. im Ural beobachten, wie die Waldgrenze steigt. Dort wo jetzt seit kurzem Bäume wachsen, finden sich aber die Überreste von ca. 1000 Jahre alten Bäumen (siehe Bild Seite 3 ganz unten). Solche Funde gibt es auch bei uns in den Alpen – nur ist bei uns die Baumgrenze wegen der Bewirtschaftung oft schwer zu ermitteln.

Fazit

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass diese Fakten für einen Klimatologen eine Überraschung sind. Ich finde es daher falsch, dass das Climategate als Wissenschaftsskandal bezeichnet wird. Die Hockeystick Kurve wurde nicht für die Kollegen „frisiert“, sondern für Politikern, Journalisten und die Bevölkerung.

Technische Details

Das Programm zum Erzeugen der Grafik habe ich in GNU Octave (das ist eine Art freies Matlab) geschrieben und es basiert auf dem in R geschriebenen Programm von Stephen Mcintyre. Die Daten werden mit einem 40 Jahre Hamming Tiefpass Filter geglättet, wobei der Mittelwert der ersten bzw. letzten 25 Jahre als Padding verwendet wird. Die Kurven stimmen nicht exakt mit denen im IPCC Bericht überein – da sich aber die Wissenschaftler rund um die CRU mit Händen und Füßen dagegen wehren irgendwelche Daten und – Gott Behüte – Programmcode zu veröffentlichen müssen deren Methoden in aufwändiger Arbeit rekonstruiert werden (u.A. von Stephen Mcintyre).